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So war’s in Köln: Zum letzten Mal klein?

The Maccabees live

Im Gegensatz zu ihrer Heimat England ist den Maccabees hierzulande noch nicht der große Durchbruch gelungen. Das macht sie umso ehrgeiziger, das ausverkaufte Gebäude 9 mit ihrem melodischen Gitarren-Sound derart zu fluten, als stünde die Bühne am Nürburgring.
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Im Gegensatz zu ihrer Heimat England ist den Maccabees hierzulande noch nicht der große Durchbruch gelungen. Das macht sie umso ehrgeiziger, das ausverkaufte Gebäude 9 mit ihrem melodischen Gitarren-Sound derart zu fluten, als stünde die Bühne am Nürburgring.
 
Vom 15.02.2012, Köln, Gebäude 9
 
The Maccabees sind gewiss keine kleine Band mehr. Ihr drittes Album »Given To The Wild« hat sich endgültig von verspielten Gitarren-Riffs verabschiedet und setzt nun den Schwerpunkt auf groß produzierte Soundflächen. Ganze drei Jahre hat es gedauert bis der Nachfolger von »Wall Of Arms« fertig war. In der englischen Heimat stieg die Platte auf Platz vier ein. Ihrem Ruf als etablierte Live-Band kommt dies nur noch mehr entgegen. In Köln demonstrieren die Londoner gekonnt ihre musikalische Entwicklung, ohne dabei ihre Wurzeln zu vergessen. Neben den neuen Songs kommen die alten Indie-Hits nicht zu kurz. Nach dem gängigen Opener »Child« und der direkt anschließenden Single »Feel To Follow« folgt schon direkt der Publikumsliebling »First Love«. »This Is A Love Song«, kündigt Sänger Orlando das Lied wie immer an und wirkt dabei schüchtern und beherrscht zugleich. »Love You Better« singt er dieses Mal etwas zurückhaltender als auf Platte. Eine arrogante Rockstar-Attitüde kann man ihm definitiv nicht vorwerfen.
 
Umso extrovertierter ist das Zusammenspiel der Instrumentalisten. Die Performances der neuen Tracks »Pelican« und »Unknown« können nur unterstreichen, dass The Maccabees musikalisch ambitionierter auftreten. Mehrstimmige Vocals, große Soundkonzepte und eigendynamische Gitarrenparts öffnen die Türen zu den großen Bühnen der nächsten Festivalsaison. The Maccabees sind selbstsicher, ohne dabei an Bodenständigkeit zu verlieren. Gitarrist Felix springt oft auf der Bühne herum und bedankt sich nach jedem Lied mit einem Lächeln beim Publikum. »We are trying to play as many songs as possible«, wirft Orlando zwischendurch rein und grinst zurückhaltend. Der Ehrgeiz für den Karrieresprung hat die Gedanken an die Fans der ersten Stunde zum Glück nicht verdrängt.