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So war’s in Köln: »True love is what we do.«

Japandroids live

Die Zwei-Mann-Band Japandroids aus Vancouver bringt bei ihrem letzten Konzert in Deutschland das Kölner Luxor mit ihrem Garagenrock ordentlich ins Schwitzen.
Geschrieben am
23.09.2012, Köln, Luxor

Beim letzten Tour-Stopp in Deutschland wollen Brian King und David Prowse noch einmal ordentlich Gas geben, um das Konzert im Kölner Luxor zu einem unvergesslichen Abend zu machen. So zumindest kündigt Brian, Gitarrist und Sänger der Japandroids, die gestrige Show an und macht definitiv keine leeren Versprechungen. Dass sowas ohne die Unterstützung des Publikums nicht halb so viel Spaß macht, weiß Brian natürlich auch:»Don’t you want us to come back?« Doch Köln kommt erst langsam in die Gänge, »The Boys Are Leaving Town« erfüllt jedenfalls nicht ganz die Vorstellungen der Band, die sich trotzdem generös zeigt. »It’s okay, we always need one song to get into the show.« Ab hier ist allerdings sehr schnell das Eis gebrochen, die Temperatur im Club steigt entsprechend rasant. Es folgt eine gute Mischung aus älteren und neueren Songs der Alben »Post-Nothing« (2009), »No Singles« (2010) und »Celebration Rock« (2012). Den roten Faden bilden die Ansagen des gut gelaunten Brians, welcher der eindeutig Gesprächigere der beiden sympathischen Kandier ist und das Publikum durch den Abend leitet.

»Do we have some drummers here?«, fragt Brian das zu 80% männliche Publikum. Jubelnd reißen einige die Hände in die Höhe und werden dazu aufgefordert, dem Drum-Solo des nächsten Songs besonders aufmerksam zu folgen, um anschließend ihrer jeweiligen Band davon zu berichten, und ein eigenes Solo zu fordern. Stolz verkündet Brian das Ziel dieser Geschichte: »We will bring the drum solo back for the sake of our children.« - und die ersten Akkorde des Songs »Evil’s Sway« erklingen.

Auch eine Geschichte über die deutschen Frauen lässt sich der Frontmann nicht nehmen, genau genommen über eine ganz spezielle Frau. Bei einem ihrer Konzerte habe er ein Mädchen mit einem wunderbaren T-Shirt kennengelernt. Nachdem sie sich bei mehreren Konzerten wiedergetroffen haben, schenkt sie ihm beim vorangegangenen Konzertabend in Münster eben dieses T-Shirt, das sie extra für ihn nochmal gekauft hat. Stolz zeigt er auf das Shirt, das er an diesem Abend trägt. Beeindruckt von dieser Begegnung leitet Brian den ruhigsten Song des Abends mit den Worten ein, auf diese Geschichte könne einfach nichts anderes folgen.

Als der sich völlig verausgabende Gitarrist bei ihrem vorletzten Song überengagiert den Mikrofonständer zerlegt, reagiert er spontan und drückt das Mikrofon einem Gast in die Hand, der nur mit Mühe gegenüber der Stimmkraft des Gitarristen mithalten kann. Für den letzten Song hätte er dann aber doch gerne nochmal einen Mikrofonständer, bittet Brian einen Techniker auf die Bühne. Zur Überbrückung der Zeit fordert Brian das Publikum dann dazu auf, sich endlich zu trauen, seine/n Nebenfrau/Nebenmann anzusprechen. Jetzt wäre der einzig passende Moment, in dem man sofort weglaufen könne, ohne die ganze Show zu verpassen. Anschließend malt er sich aus, wie die Geschichte positiv verläuft und in einem Jahr womöglich ein verlobtes Paar zu einem Konzert der Japandroids kommt und ihnen erzählt: »We met at your show and now we’re marrying.« Stolz schließt er in diese Liebesgeschichte versunken: »True Love is what we do“ und die Akkorde des Songs »For the Love of Ivy« beenden den leidenschaftlichen Abend. Es wird bestimmt nicht ihr letzter in Köln gewesen sein.