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So war’s in Köln: Schnörkellos und ohne Klage

Urlaub in Polen live

Ein letztes Mal Köln. Das Duo Urlaub in Polen verabschiedet sich von seiner Heimatstadt. Ein Ende wie die gesamte Karriere: Unprätentiös und dabei viel zu gut.
Geschrieben am

Dieses Konzert sorgt nach seinem, trotz zweier Zugaben fast abrupten Ende noch für reichlich Gesprächsstoff. Der Vorraum mit der geselligen Theke ist so vollgestopft wie schon zuvor die Gästeliste. Fans und Freunde sind zahlreich versammelt. Und alle sind sich einig: Pathetisch war dieser Abschied nach 13-jähriger Bandgeschichte nicht im Mindesten. Und es ist schade, dass dieser Band vielleicht auch aufgrund einer solch unprätentiösen Haltung nie die Aufmerksamkeit zuteilwurde, die sie verdient hätte.

Doch zurück zum Anfang: Jan Philipp Janzen und Georg Brenner kommen auf die Bühne. Auf einen Support haben sie an diesem Abend verzichtet, dennoch sind Gäste angekündigt. Die beiden freuen sich über ihr Publikum, aber große Ansagen gibt es nicht und wird es nicht geben. Keine Abschiedsrede, kein »ich danke Gott und meiner Familie«, keine Nummernrevue aus Anekdoten mit Promis, die dazu aus dem Zylinder gezaubert werden. Im Prinzip ist es ein Best-of-Set in konzentrierter Form und mit viel Schweiß, das ab hier begonnen und bis zum Ende durchgezogen wird.
 
Urlaub in Polen
sind ein phantastisches Gespann. Ihr Sound zwischen Kraut- und Postrock mit reichlichen Psychedelic-Anleihen hätte eigentlich seinen Platz in den Regalen finden sollen, die in England und den USA bereits mit Can, Neu! und ihren verschiedensten Epigonen bestückt sind. Frusciante sollte hier auf der Bühne stehen, Thom Yorke im Publikum. Stattdessen sind es Freunde aus nächster Nähe wie Johannes Stankowski oder Von-Spar-Keyboarder Sebastian Blume. Es ist ein schönes Set mit viel Herzblut auf der Bühne und Herzlichkeit im nichtsprachlichen Bereich. Ganz ohne Glamour, ganz ohne Fame.