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So war’s in Köln: Masken, Rave und Projektionen

Is Tropical live

Das Londoner Elektro-Pop-Trio Is Tropical, deren Debüt im Juni auf dem französischen Kitsuné Label erschien, kommt nach emsigen Touren durch die halbe Welt auch in Köln vorbei.
Geschrieben am
07.11.2011, Köln, Gebäude 9

Is Tropical
gehören anscheinend nicht zu den Bands, die der Vorband gerne ihre Backline zur Verfügung stellen. So kommt es, dass zwei Schlagzeuge und eine Menge Verstärker und Keyboards auf der Bühne stehen und The Dashwoods sich den verbleibenden Platz gut einteilen müssen. Das sieht etwas eng aus, wird von den fünf jungen Musikern aber souverän ignoriert. Die Band aus der Nähe von Hamburg überzeugt mit einer gelungenen Mischung aus Math-Rock und Indie, was stark an Beat!Beat!Beat! oder Foals erinnert. Beeindruckend sind dabei die Stimme der Sängerin und die Verspieltheit der Rhythmusgruppe, was deutlich zum eigenen Charakter beiträgt..

Is Tropical betreten dann gegen 22 Uhr die Bühne. Alle Bandmitglieder haben Mund und Nase hinter einem Schal bzw. einem Tuch versteckt, die langen Haare der Jungs bedecken auch noch den Rest. Es geht los mit der Instrumental-B-Seite »Tan-Man«, die im Vergleich zum restlichen Set stark an So So Modern oder Civil Civic erinnert. Danach folgen Lieder des Debütalbums »Native To«. Was auf Platte stark an 80ies-Synthpop mit cheesy Melodien erinnert, kommt live sehr viel lauter und brachialer rüber. Der Bass dröhnt und wummert, der Schlagzeuger packt all seine Kraft in jeden einzelnen Schlag. So lange nicht gesungen wird, wirkt die Musik deshalb sehr viel raviger. Nur der Gesang erinnert daran, dass die Lieder auf dem Tonträger allesamt seichter klingen.

Durch die Maskierung wirkt die Band sehr cool und unnahbar. Kommunikation findet, bis auf die Ansage, dass die Band heute Nacht in Köln feiern gehen will bzw. der Frage, ob nicht jemand mitkommen will, kaum statt. Der Funke will so auch nicht ganz von der Band auf das Publikum überspringen. Es wird sich zögern bewegt und auch an Applaus mangelt es nie, doch so richtig in Fahrt kommt das zu einem Viertel gefüllte Gebäude 9 nur bei der Pre-Album-Single »When o’ When« und dem ravigen »Seasick Mutiny«, das nach einer Stunde dann auch das letzte Lied des Abends ist. Dann stoppen auch die Projektionen mit Szenen aus Retro-Filmen im Hintergrund und selbst wenn man nicht jeden der Show-Aspekte gelungen fand, haben sich Is Tropical am Ende heute doch recht souverän präsentiert.