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So war’s in Berlin: Nach Synthies lernen

Darkstar live

Am 3. November beehrte das britische Hyperdub-Duo Darkstar das Berliner Berghain...
Geschrieben am
3.11.11, Berlin, Berghain

Verdammtes Berlin - für alles braucht man doppelt so lang wie in Köln, sogar für's Verlaufen. Der Vorteil: Heute Abend steht die ikonische Schlange mal nicht bis auf den Parkplatz des Berghain. Der Nachteil: Wild Beasts haben gerade zu einer ganz sanft geloopten Synthesizerdrone angesetzt, als ich meine Jacke an der Garderobe abgebe. Leider war dies ihr letztes Lebenszeichen an diesem Abend und der Applaus verrät, dass mein Bedauern über das Ende ihres Auftritts nicht so einzigartig ist, wie ich das aus Distinktionsgründen gerne gehabt hätte. Dann müssen halt Darkstar den Abend retten. Aber selbst mit diesem Gedanken war ich nicht alleine - auch Mute-Chef Daniel Miller wollte das Synthpop-Trio aus Ost-London sehen. Kein Wunder.

Anders als die nicht nur gefühlt vierhundert Achtzigerrevivalisten mit Weekend-Ausgehuniform, klingen Darkstar wie ein Synthpop-Act, der die letzten 15 Jahre britischer Clubmusik irgendwie mitbekommen hat. Da kann auch ihr Cover von The Korgis "Everybody gotta learn sometimes" nichts dran ändern. Immer wenn ihr Subbass durch's Berghain dröhnt, dreht sich der eigene Magen in der verzückendsten aller Weisen um. Nur Sänger James Buttery lag manchmal einen Ton daneben, aber machte das durch die schönste Synthpop-Mähne seit Dave Gahans Wiedergeburt als Heilandsverkörperung wieder wett. Als Abschied hallt sein zuckersüßes Schluchzen als Loop durch den Saal und rettet den Abend dann doch irgendwie.