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So war’s: Der größte Club der Welt

Amsterdam Dance Event 2011

Wenig Schlaf, viel gute Musik. Es gibt schlechtere Mischungen. Katharina Försch hat sich für uns ins Getümmel gestürzt.
Geschrieben am
19. - 22.10.2011, Amsterdam, diverse Clubs.

Die Fakten des weltweit größten Clubfestivals für elektronische Musik sprechen für sich: Vor 14 Jahren hat alles klein angefangen. 2011 sind beim Amsterdam Dance Event (kurz: ADE) circa 700 Künstler in 52 Locations an 4 Nächten (und 4 Tagen) vertreten. Tagsüber Kongress und Business-Fachsimpelei, nachts Party. 130.000 Festival Besucher plus 3000 Fachbesucher. Reizüberflutung deluxe. Die schönste Form der Qual der Wahl bei der Abendplanung. Zu dem diesjährigen Line-up zählen Acts wie Caribou, Crookers, Ellen Allien, Sven Väth, Tiefschwarz, Noze und Richie Hawtin.

Wer sich Donnerstag für den Melkweg (deutsch: »Milchstrasse«) entschieden hat, der hat in jedem Fall alles richtig gemacht: Im Rabozaal, einem multifunktionellen Theatersaal, findet das Kompakt-Showcase mit Michael Mayer, John Tejada und WhoMadeWho statt. Letztere beginnen ihr Liveset mit dem Klassiker »Space For Rent« (»Your thoughts are dirty and your clothes are too. Just past thirty and you don't know what to do«) und der Begrüßung »Hello Motherfuckers«. Die Menge antwortet grölend und die Stimmung könnte nicht besser sein. Außer vielleicht in dem anderen Teil des Melkwegs mit Namen The Max, wo zeitgleich das Set von Clifford Joseph Price alias Goldie beginnt. Im Rahmen des Metalheadz-Showcases liefert die Drum’n‘Bass-Ikone eine Show ab, die sich gewaschen hat. Das überwiegend junge Publikum feiert den DJ mit den goldenen Ringen (und Zähnen) dafür gebührend und niemand, wirklich niemand im ausverkauften Max steht mehr still.

Das ebenfalls ausverkaufte Konzert der Apparat Band im legendären (seit 1968 geöffneten) Paradiso ist definitiv das ADE-Freitags-Highlight. Die entrückten Klänge von Sascha Ring und Musikern passen perfekt zu dem besonderen Flair der ehemaligen Kirche und Gänsehautfeeling ist garantiert. Nach kurzer Umbauphase geht es mit Modeselektor weiter, deren Set von den ausgefallenen Visuals des Design-Kollektivs Pfadfinderei aus Berlin unterstützt wird.

In der als Hipsterhochburg verschriehenen Location Trouw im Osten Amsterdams findet am Samstag die angeblich »most mysterious of all parties during this year’s ADE« zu Ehren des zehnjährigen Geburtstags des Resident Advisor Magazins statt. In den ehemaligen Druckerei-Hallen der gleichnamigen Tageszeitung Trouw entpuppt sich der als »X« angekündigte Überraschungs-Act als eine Dreierkombi aus der Londoner Fabric-DJ-Riege mit Sasha, Craig Richards und Lee Burridge alias Tyrant. Den gebührenden ADE-Abschluss bietet der Abstecher zur Elevater Passion- und Phat Elephant-Party in die Skybar Canvas, die - in der siebten Etage gelegen - einen beeindruckenden Blick auf Amsterdam bietet.

Die Sonntags-Erkenntnis nach viel zu wenig Schlaf, reichlich guter Musik und unendlich vielen neuen Eindrücken lautet: Einmal ADE immer ADE.