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So war's zwischen den Apfelbäumen

Appletree Garden Festival 2011

Der Name Appletree Garden für das schöne kleine Festival zwischen Osnabrück und Bremen ist bei genauerer Betrachtung recht treffend gewählt: Die Apfelbäume auf dem Gelände sind zwar in der Unterzahl, trotzdem steht man in Diepholz mit liebevoller Kleinarbeit zu seinem Namen.
Geschrieben am

Dazu wurden an den Nicht-Apfel-Bäumen eigens mit Glitzer versehene Äpfel angebracht, der sich bald im Gesicht manch eines Festivalbesuchers wieder finden sollte. So strahlte also nicht nur die handgemachte apfelförmige Diskokugel, die am Bühnendach der kleineren Waldbühne installiert wurde, Glanz über das Festivalgelände.

22.-23.7.2011, Diepholz
 
Man erzählt sich einige dieser kleinen romantischen Geschichten rund ums Appletree, und sie kommen vielleicht etwas kitschig daher, aber wer 2011 einer der 3.500 Kuhwiesencamper war, weiß, warum sie existieren. Es gibt keine Duschen auf dem Festival, stattdessen wird man von einer Bimmelbahn zum Freibad im Ortskern von Diepholz geschaukelt. Wer hier auf der Fahrt ganz wie im Zoo wen bestaunte – die Einheimischen die Besucher oder umgekehrt – bleibt allerdings die Frage.

Bestaunen konnte man jedenfalls das Booking, das mit Metronomy vielleicht den Hype des Jahres zu fischen vermochte. Die waren zu später Stunde und bei mitunter starkem Regen zwar nicht mehr ganz so frisch, zeigten aber dennoch recht eindrucksvoll wie gut Elektro auf Live-Band funktionieren kann. Auch Neu-Entdeckungen wie die von Retro Stefson sind auf dem Appletree möglich: Die springwütigen jungen Isländer haben einen völlig absurden Genre-Mix entwickelt, der irgendwo zwischen südamerikanischer Folklore und klassischen 80er-Jahre Metalelementen herum eiert.

Junip mit Frontmann José González sorgten am Samstagabend für ihre eigene vollkommene Stimmung und wären wohl der bessere Headliner gewesen als die nachfolgenden Johnossi, die recht undankbar und schlecht gelaunt eine Zugabe verweigerten. Das wäre wohl nicht passiert, hätten John und Ossi sich vorher in die immerwährende Schlange bei der Handbrotzeit für einen offenbarenden Festivalsnack gestellt.

Aber auch so hat das niemanden mehr wirklich gejuckt, vor allem nicht diejenigen, die unverschämterweise gar nicht so sehr wegen der Musik gekommen waren, wie sich am Samstagnachmittag beim Fußballturnier auf dem Campingplatz herausstellte. Da fiel nämlich öfter sinngemäß der Satz: „Ich kenn die ganzen Bands hier gar nicht, ich bin nur für das Turnier hier.“ Passend zum gesamten Wochenende beim Appletree Garden: Es wurde eines der fairsten und freundlichsten Turniere, das man sich vorstellen konnte.