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So war’s: Psychedelische Unnahbarkeit

Animal Collective Live in Berlin

Für ihre Alben gelten Animal Collective längst als feste Konstante der US-Amerikanischen Avantgarde – auf der Bühne lassen sie dagegen lieber ihre Visuals sprechen. Etwas mehr Interaktion mit dem Publikum hätte man sich im Rahmen ihrer Berliner Show durchaus gewünscht.
Geschrieben am
05.03.2016, Berlin, Postbahnhof

Elektronische Live-Acts mit analoger Schlagseite sind derzeit keine Seltenheit, trotzdem freut man sich an diesem Dienstagabend besonders auf die mittlerweile fast schon alten Hasen von Animal Collective und ihre Eigenart, tief in die Effektgeräte und Synthesizer vergrabenen neue Sounds auf der Bühne zu entwickeln. Hier ein Fiepen mehr, dort ein Knarzen. Fließende Übergänge zwischen den Songs vertuschen die notorische Scheuheit der vier New Yorker. Hier trifft ein Hybrid aus Radioheads »Kid A« und Talking Heads’ »Remain In Light« aufeinander – mit Brian Wilson als Dompteur.
 
Doch bei aller Fortschrittlichkeit bleibt der fade Beigeschmack, dass der innovative Sound, welcher mit Ihrem 2009 erschienenen Meisterwerk »Merriweather Post Pavillion« seinen bisherigen Höhepunkt fand, auf der Bühne nicht recht funktioniert. Animal Collective waren und werden immer die Lieblinge aller Kritiker bleiben, jedoch nie die Bühnen dieser Welt Ihr Zuhause nennen. Dazu sind sie zu introvertiert und – in Bester Shoegazer-Tradition – auf ihre Instrumente fokussiert. Immerhin: Die kunstvollen Visuals lenken von dieser Angewohnheit ein wenig ab und lassen die Band in psychedelisches Licht getaucht noch unnahbarer erscheinen, als sie es ohnehin schon ist.. Dem Berliner Publikum ist dies sowieso egal. Getanzt wird eh. Wenn auch ein wenig ungelenk. Wie soll man auch zu diesen abstrakten Songkonstrukten normal tanzen können?

Animal Collective

Painting With

Release: 19.02.2016

℗ 2016 Domino Recording Co Ltd