×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war's in Oberhausen: Kindlicher Eifer

Alcoholic Faith Mission

Beim Konzert der Indierock-Prediger der Alcoholic Faith Mission haben sechs Kopenhagener und ihr Publikum grenzenlosen kindlichen Spaß.
Geschrieben am
17.10.2012, Oberhausen, Drucklufthaus

Die kindliche Freude allein darüber, dass rund 50 Besucher zum Auftaktkonzert der kurzen Herbsttour der sechs Dänen erscheinen ist schon beim Betreten der Bühne spürbar. Und dieser Eindruck verschwindet auch über die gesamte Spieldauer nicht mehr.
Es hüpft, tanzt und schwebt die feenartige Sune Sølund in ihren kurzen Spielpausen über die Bühne, formt die Worte ihres Gesangspartners mit weit aufgerissenem Mund nach, um dann wieder zu ihrem angestammten Platz zurückzufinden. Besonders augenscheinlich wird die positive Abhängigkeit der Glaubensgemeinschaft Alcoholic Faith Mission von ihrer Sängern, Glockenspielerin und Keyboarderin im titelgebenden Stück der im Februar veröffentlichten Platte »Ask Me This« - dem ersten, aber keineswegs letzten großen Highlight dieses Auftritts. Während hier zu Beginn nur sie und leise das Piano einsetzen, gesellen sich nach und nach mehr Mitspieler dazu, um Schicht für Schicht Instrumentenstimmen übereinander zu türmen. Dabei wirken sie in ihrer Einfachheit, ihren schönen Melodien mit nordischem Sound wie die lauten, aber wohlerzogenen Kinder ihrer isländischen Kollegen Seabear.

Sänger Thorben Seierø Jensen, der – Verzeihung – in Mimik und Gesichtszügen ein wenig an Ashton Kutcher erinnert, mag im direkten stimmlichen Vergleich zu seiner mehrfachen Duettpartnerin den zweiten Platz machen, besticht aber durch deutschen Wortschatz (»Flachmann«& »Currywurst«) und erfrischende Ansagen. Die gelöste Stimmung der beiden Frontsäue wirkt sich umgehend auf ihre vier Bandkollegen aus, die sich auch von kleineren technischen Problemen kein Stück von ihrem kindlichen Eifer abbringen lassen. Vollends begeistert ist das sehr gemischte Publikum dann spätestens bei der Uptempo-Nummer »Nut In Your Eye« vom 2009er Album »421 Whyte Avenue«, bevor bei der Zugabe der Publikumswunsch »Into Pieces« wegen Materialschäden abgeschlagen werden muss. Als Ersatz wird »Throw Us To The Wolves«, der fantastische letzte Song von »Ask Me This«, auf das sich die Band bei der Songauswahl hauptsächlich konzentriert, zum Besten gegeben.Der nachfolgende Weg von der Bühne führt jedoch nicht ohne Umwege Backstage, sondern ins Publikum, wo dann zum Abschluss das intime »Drift« mit Ukulele und Ziehharmonika das verspielte Set beendet.