×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war's in Köln: Tee, Rock und das Schlapper-Shirt

An Horse live

Pop ist eine gütige Patentante und trägt ein weißes Schlapper-Shirt. "Komm rein und trink einen Tee mit uns", sagt sie. "Ist auch noch Kuchen da".
Geschrieben am
5.4.2011, Köln, Gebäude 9

Wer würde dazu schon nein sagen. Und schon sitzt Du im Wohnzimmer und hörst diesen wunderschönen, einfachen Liedern zu. Es schmeckt. Kein Konfiserie-Schnickschnack, sondern liebevoll selbst gebacken. Es braucht keine Creme, sondern wirklich sorgfältig ausgewählte Inhaltsstoffe. Entsprechend kommen An Horse mit einem Schlagzeug und einer Gitarre auf der Bühne aus, Jeans und weißes T-Shirt am Leibe und ein wenig Licht. Nur, damit man etwas sehen kann, nicht als Dekoration.



An Horse
begrüßen die Anwesenden mit Handschlag und fragen, wie es geht. Da ist kein Stück Show dabei. Jede Bewegung ist die eines beflissenen Gastgebers. Das ist auch keine Koketterie und da wir den Eintritt schon bezahlt haben, auch keine Anbiederung. Die Musik verträgt einfach kein Gramm Pathos. Sie kann nur im weißen, möglichst ausgeleierten T-Shirt atmen. Sie sieht in Lederjacke nicht gut aus und noch weniger im Glitzertop. Sie lebt davon, dass sie vom Dialog mit dem Publikum unterbrochen wird. Immer wieder rufen kleine Reisegeschichten vom Touralltag oder Anekdoten zu einem der Lieder die Anwesenden vor der Bühne zusammen. Sie laden dazu ein, näher zusammen zu rücken und sich gemütlich nieder zu lassen. Die Musik ist dabei auch überhaupt nicht schluffig. Aber, wenn man ein paar Freunde zu Kaffee und Kuchen einlädt, um ihnen die neuen Lieder vorzuspielen, möchte man ja auch ein wenig mit ihnen plaudern und wissen, wie sie ihnen gefallen. Und was macht man da als Freunde? Man klatscht, man johlt und klopft auf die Schulter. Man stürmt nicht das zur Bühne umfunktionierte Wohnzimmer. Ist ja keine rauschende, übergeschnappte Party, sondern eher Wir-haben-Euch-ein-paar-neue-Lieder-mitgebracht-Hört-Euch-die-mal-an-und-nehmt-Euch-etwas-zu-Trinken. Und das wird gemacht, in genau der Reihenfolge.

Und man freut sich, denn man weiß: Diese Band hat es. Eine Band braucht keine Frontsau für die Titelbilder und die erste Reihe vor der Bühne. Eine Band braucht auch kein Branding, Logo oder eingetragenes Waren/Bandzeichen. Eine Band braucht ein Herz, ein Schlagzeug und eine Gitarre. Und An Horse haben es.