×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war's in Düsseldorf: Leider nur Durchschnitt

Team Me live

Schlechter Sound, skurriles Publikum. Was kann eine Band da noch groß ausrichten? Team Me erreichen mit ihrem Konzert in Düsseldorf immerhin eine Durchschnittsnote.
Geschrieben am
23.10.2012, Düsseldorf, Zakk

Das Düsseldorfer Zentrum für Aktion, Kultur und Kommunikation ist bereits zum Heimspiel der Vorband Jeiel gut gefüllt. Erfreulich, da vorherige Tourkonzerte der norwegischen Band Team Me teilweise recht verhalten besucht waren. Aktion, Kultur und Kommunikation sollen heute Abend also stattfinden.

Aktion besteht bei Team Me vor allem aus bunter Lebensfreude. Vor ihren Konzerten schmücken sie die Bühne aufwändig mit Karnevalsfähnchen und riesengroßen Luftballons. Jedes Mikrofon ist bunt verziert und die Bassdrum mit Alufolie umwickelt. Bunte T-Shirts, Haarbänder und teilweise einheitliche Gesichtsbemalung runden das Bühnenbild ab. Beginnen Team Me dann mit ihrem unterhaltsamen Indie-Pop kennt das Publikum kein Halten mehr, wie Auftritte bei Festivals wie dem Haldern Pop oder dem Dockville in diesem Sommer eindrucksvoll bewiesen haben. Anders gestern in Düsseldorf. Die Aktion des Publikums läge nahezu bei Null, wäre da nicht dieses eine Lied, bei dem doch alle mitklatschen.

Da stehen aber auch zwei gegensätzliche Kulturen vor und auf der Bühne. Die einen leben und prägen ihre Indiekultur, die anderen sind so kulturell undefinierbar wie ein Sandkasten. Wo sind sie hin die Beutel tragenden Festivalgänger? Man findet ein paar Verlorene während dem Konzert draußen im Biergarten bei einer selbstgedrehten Zigarette. »With my hands covering both of my eyes I am to scared to have a look at you now«, singt die Band, während dies der ein oder andere vielleicht wirklich grad gern tun würde.

Die letzte Hoffnung bleibt also die Kommunikation, die ja so manches Konzert retten kann, wenn es einfach stimmt zwischen Band und Publikum. Da müssen gar keine großen Worte fallen, man versteht sich einfach. Doch wenn schon Aktion und Kultur nicht passen, dann muss wohl nicht mehr erwähnt werden, wie ungleich die Kommunikationsebene zwischen Band und Publikum ist. Der Funke springt auch bei den drei Zugaben nicht über. Wobei er vielleicht auf das Publikum überspringt, aber leider nicht zur Band zurück. Bei schlechtem Sound direkt vor der Bühne und mittelmäßigem Sound einige Meter weiter hinten durchlebt man nahezu alle Songs des 2011er Albums »To the Treetops« und der EP des gleichen Jahres. Ein wenig Stimmung kommt dann doch noch auf, bei Songs wie »Dear Sister« oder »Show Me«.

Der Band kann man nichts vorwerfen. Nächstes Mal vielleicht doch lieber wieder im Sonnenschein des Haldern Pop Festivals, wo die großen Luftballons mit kindlicher Freude angenommen werden.