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So war's in Berlin: Unstoppable

Santigold live

Santigold schmeißt in Berlin mit Hits nur so um sich, möchte dabei aber auf Playback nicht verzichten.
Geschrieben am
20.07.2012, Berlin, Astra Kulturhaus
 
Weil Santi White alias Santigold Anfang Mai mit »Master Of My Make-Believe« einen würdigen Nachfolger zu ihrem großartigen Debüt »Santogold« veröffentlicht hat, überrascht es nicht sonderlich, dass sich das Astra an diesem Abend als ausverkauft präsentiert. Schon bei ihrer Berlin-Premiere im Tape Club hatte Santigold eine blendend gefüllte Location bespielt. Doch während sie vor vier Jahren nur mit zwei Tänzerinnen aufgetreten war, wird die Pop, Dub, Electronica und Reggae-Elemente versiert kombinierende Amerikanerin am heutigen Tag zusätzlich von einer dreiköpfigen Backing-Band unterstützt. Deren Präsenz erschließt sich allerdings nicht durchgehend, da Santigold erstaunlich oft auf Playback zurückgreift. Das gilt leider nicht nur für instrumentale, sondern auch gesangliche Parts.

Und trotzdem vermag die Show zu gefallen, denn Mrs. White offenbart sich als sympathische und publikumsnahe Musikerin, die scheinbar unumstößliche Konzertkonventionen bricht.

Während sich nämlich die meisten Bands ihre Hits für das Ende eines Gigs aufheben, performt Santigold mit der schnittigen Karen-O-Kollaboration »Go!«, den unvergleichlichen »Santogold«-Highlights »L.E.S. Artistes« und »Say Aha«, sowie dem explosive Beats mit einer dringlich-berauschenden Hookline virtuos verfügenden »Disparate Youth«, schon in der ersten Hälfte des Auftritts einige ihrer populärsten Songs. Auch die aktuelle, unerhört geschmeidige Single »The Keepers« erklingt verblüffend früh.

Was bei vielen anderen Acts im zweiten Teil gähnende Langeweile bedeuten würde, funktioniert bei der studierten Musikethnologin vorzüglich. Denn ihr Fundus an goutablen Tracks erweist sich als beeindruckend reichhaltig. Neben dem magischen Grooveexzess »Shove It« zeigen speziell der an M.I.A. geschulte, von einer veritablen Stage Invasion begleitete Koloss »Creator«, das hypnotisierend sägende »Fame« und die fesselnde, im Switch & Sinden-Remix dargebotene Zugabe »You'll Find A Way«, um welch vielseitige und aufregende Künstlerin es sich bei Santigold handelt.