×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

So war's in Berlin: Kurzes Vergnügen

The Vaccines live

Bei ihrem Rekordversuch, das kürzeste Konzert des Jahres zu spielen, schaffen es The Vaccines trotzdem, fast alle Songs zu spielen und mehrheitlich für zufriedene Gesichter zu sorgen.
Geschrieben am
22.10.2012, Berlin, Postbahnhof

Wenn eine Band wie The Vaccines mit ihrer zweiten Platte auf Platz eins der englischen Charts einsteigt, bedeutet das noch lange nicht, dass europaweiter Erfolg garantiert ist. Weil das Quartett aber seit dem aufsehenerregenden 2011er Debüt »What Did You Expect From The Vaccines?« auch hierzulande zahlreiche Fans gewinnen konnte, präsentiert sich der Berliner Postbahnhof am heutigen Abend gut gefüllt.

Trotzdem setzen The Vaccines im regulären Konzertteil überwiegend auf vertraute Songs wie »If You Wanna« oder »Wreckin' Bar (Ra Ra Ra)«. Nur ab und zu lassen sich Stücke des tatsächlich reifer und vielseitiger wirkenden aktuellen Albums »Come Of Age“ vernehmen, aus denen zunächst die schmissigen »Teenage Icon« und »No Hope« hervorstechen. Immerhin spielen The Vaccines nicht nur krachig scheppernde Tracks, sondern streuen unter anderem mit der melancholischen Hitsingle »Post Break-Up Sex« auch vorzügliche ruhigere Stücke ein. Mehrheitlich fokussiert das Set aber eindeutig auf energiegeladen-eingängigen Indie-Rock, der erfreulicherweise fast ohne überflüssige Posen auskommt. Stattdessen konzentrieren sich The Vaccines auf ihre beinahe durchgängig gute Musik und bringen Song um Song zu Gehör. Selbst auf die eigentlich obligatorische Kommunikation mit dem Publikum verzichtet die Band weitgehend. So gleicht das von Sänger Justin Young aufrichtig ausgesprochene »Thank you very much.« an diesem Tag schon einem echten Gefühlsausbruch. Passend zum auf das Wesentliche reduzierten Auftritt verlassen The Vaccines dann auch nach nur 45 Minuten die Bühne.

Mit nur einer Dreiviertelstunde Spielzeit wären The Vaccines zweifellos aussichtsreiche Anwärter auf den kürzesten Headliner-Gig des Jahres. Allerdings kehren die Londoner noch einmal zurück, um mit der beseelten Ballade »Weirdo« und dem polternden »Bad Mood« zwei weitere »Come Of Age«-Stücke vorzustellen, ehe ein mitreißendes »Nørgaard« den Postbahnhof in abschließende Euphorie versetzt.