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So war's in Berlin: Dance Into The Fire

Duran Duran live

Kaum zu glauben, aber wahr ist, was wahr ist: Duran Duran geben endlich ihr Berlin-Konzert. Dirk Hartmann ist trotz der vorherigen Absagen wieder hingegangen.
Geschrieben am
31.01.2012, Berlin, C-Halle

Nachdem ihr Auftritt aufgrund einer langwierigen Kehlkopfentzündung von Sänger Simon Le Bon mehrfach verschoben werden musste, stehen die New-Wave-Ikonen Duran Duran am heutigen Abend tatsächlich auf der Bühne der gut gefüllten C-Halle. Um einen trotz manch leicht überstylter Glam-Pose sympathisch selbstironisch agierenden Le Bon (mittlerweile hat er sich einen eleganten, rotbraunen Vollbart stehen lassen) spielt die Band sich äußerst lustvoll durch ein klug arrangiertes Set aus zahlreichen Hits sowie Tracks ihres guten, 2011 von Mark Ronson produzierten Albums »All You Need Is Now«.

Im Gegensatz zu anderen Acts aus der Vorzeigedekade des Pop können Duran Duran 2012 auch Aktivitäten in den schwierigen 90er-Jahren vorweisen. So datiert ihr wohl bester Song, das in einer atemberaubenden Version dargebotene »Ordinary World«, aus dem Jahr 1993. Neben dem verführerisch-geheimnisvollen »Come Undone« beweisen auch die weltumarmende 2004er-Hymne »(Reach Up For The) Sunrise« und der von ihrem aktuellen Werk stammende, unwiderstehliche Smasher »Girl Panic!«, dass den bis auf Andy Taylor in Originalbesetzung performenden Briten der Sprung in die Gegenwart gelungen ist.

Doch natürlich evozieren vor allem gestandene Cuts wie »A View To A Kill«, »Planet Earth«, »The Reflex« oder das mit Frankie Goes To Hollywoods »Relax« brillant gemashupte »Wild Boys« die enthusiastischsten Reaktionen. Die sind abzüglich einer musikalisch bedingt gelungenen Bandvorstellung und dem obligatorischem Saxophonsolo völlig gerechtfertigt. Denn abgesehen von der zeitlosen Qualität ihrer Stücke versehen Duran Duran ihren Schaffensquerschnitt mit derart viel Verve und Virilität, dass sich selbst den zu spät Geborenen erschließt, welche Bedeutung ihnen als Vertretern der geschmackssicheren Popkultur noch immer zukommt. Die als Encore zelebrierten Klassiker »Girls On Film« und »Rio« bestätigen den Eindruck von einer Formation, deren Fokus bei aller notwendigen Rückwärtsgewandheit im Hier und Jetzt liegt: All You Need Is Now.