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So war's in Berlin: All Is Dream

Beach House live

Obwohl das neue Beach House-Album eine nicht ganz so große Sogwirkung wie der hochgelobte Vorgänger »Teen Dream« entwickelt, entzückt auch »Bloom« durch melodietrunkenen Dream Pop. So verwundert es nicht, dass die vorerst einzige Deutschland-Show des Duos in Berlin seit Wochen ausverkauft ist.
Geschrieben am

 
27.05.2012, Berlin, Volksbühne
 
Beach House betreten zu den passgenau verträumten Klängen von Jan Hammer's »Crockett's Theme« die Bühne, um das Publikum sofort durch den vielschichtig-intensiven Opener »Wild« zu verzaubern. Und trotzdem will sich zunächst keine übermäßige Euphorie einstellen. Zwar erklingen mit dem melancholisch orgelnden »Walk In The Park« und der berückend leichtfüßigen Ode »Lazuli« weitere großartige Stücke ihrer mittlerweile vier Longplayer umfassenden Diskographie.



Aber ungeachtet zweifellos anmutiger Musik und eines präzise performenden Live-Drummers fehlt die letzte Intensität. Vielleicht spürt das Gitarrist Alex Scally, der die Zuschauer plötzlich ermutigt, sich von ihren Plätzen zu erheben und der Band näher zu kommen. Allerdings dauert es noch zwei weitere Songs an, bis sich ein an sich guter in einen sehr guten Auftritt verwandelt. Das aufgrund einer erhebenden Hookline betörende »The Hours« leitet eine zweite Konzerthälfte ein, die noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Denn Beach House spielen sich in einen Rausch, der einen ob unvergleichlich berührender »Teen Dream«-Tracks wie »Silver Soul«, »Zebra« und »Take Care« sowie den berauschenden »Bloom«-Höhepunkten »Wishes« und »Myth« emotional mit sich reißt und selbst die noch nicht stehenden Zuschauer über ihren Sitzen schweben lässt. Völlig zu Recht stellt die sich zumeist hinter ihren langen Locken verbergende Sängerin und Keyboarderin Victoria Legrand nach dem regulären Set fest: »This was amazing.«

Jedoch bietet die Zugabe ebenfalls Anlass zu beträchtlicher Begeisterung. Mit »Turtle Island« vom zweiten Werk »Devotion«, vor allem aber der dringlich trippelnden Liebesbeschwörung »10 Mile Stereo« und dem episch repetierenden Closer »Irene« bestätigen Beach House nämlich, dass sie zu den wichtigsten und besten Bands im Hier und Jetzt zählen.