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So war der Samstag: Harder, Faster, Scooter

Greenville 2012

Am zweiten Tag erlebte das Greenville seinen Stimmungstiefpunkt, bis am Ende ein blonder Herr aus Hamburg den Abend rettete.
Geschrieben am

Nach dem knallend heißen und frustrierenden Start am Freitag war das Greenville-Gelände am Samstag scheinbar noch leerer. Weniger Besucher mit Tageskarte waren ganz offensichtlich angereist, um sich die Samstagsbands anzusehen. Deshalb oder wegen des immer wieder kurz aufblitzenden Regens, wollte bis zum späten Abend keine richtige Stimmung aufkommen.

Lediglich bei Kettcar hatten sich die rund 1000 Besucher vor der Bühne nach der Hälfte des Sets eingegroovt und es wurde sogar mitgesungen. Klassisch: Die Männer singen das eine, die Frauen das andere. Alter Hut, funktioniert aber offenbar noch immer. Kettcar ließen sich wie erwartet nicht vom mit den Alben gestiegenen Erfolg beeinflussen und spielten überwiegend ältere Songs und endeten mit »Wir sind Kettcar aus Hamburg, das ist Landungsbrücken Raus«.

Direkt im Anschluss stieg das riesige Young Rebel Set auf die Second Stage. Vor der Bühne stand kaum jemand, die meisten hatten es sich sitzend auf der großen Wiese bequem gemacht. Die ruhige Folk-Attitüde der Songs machte daraus allerdings kein Problem, sondern im Gegenteil: eines der entspanntesten Konzerte des gesamten Wochenendes.

Pünktlich um 21 Uhr 45 traten die Roots auf die Bühne, nachdem sie vorher selbst den Sound gecheckt hatten. Den Gesichtern war der Schock über das schlecht besuchte Festival anzusehen und mit direktem Vergleich war die Motivation eindeutig geringer, als wenige Wochen zuvor beim Roskilde-Festival in Dänemark. Nach einigen Songs hatten die Jungs sich aber offenbar damit abgefunden und nahmen die Sache mit Humor. Da hatte man dann wenigstens mal keine Probleme, die Roots aus der ersten Reihe zu erleben.Wer sich die Zwischenzeit nicht mit Calléjon oder HGich.T vertrieb, hatte nach den Roots eine ordentliche Lücke zu füllen. Erst volle zwei Stunden später breschte H.P. Baxxter zwischen den Pults seiner Kollegen vorbei auf die Mainstage, wo ein stattliches Aufgebot an Pyrotechnik sowie einige Tänzerinnen im Boxenluder-Look warteten.  Neben Hits wie »Hyper, Hyper« und »Harder, Faster, Scooter« brüllte der Frontmann auch ein antreibendes »Are You Ready For Some Hardcore Techno Music?« lautstark ins Mikro. Ja, das waren wir. Und jetzt sind wir taub. Hans Peter, ich will dich heiraten.

Wer Sonntag sein Gehör und sein vom Feuerwerk erloschenes Augenlicht wiederfindet, darf sich auf einen krönenden Abschluss mit Dizzee Rascal, Turbonegro und Iggy & The Stooges freuen.