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No Shirt, Much Service

So war der Samstag beim Berlin Festival

Wie die Zeit verrennt: Das Berlin Festival 2014 steuert schon wieder auf sein Finale zu –wir blicken vorher noch einmal auf den Samstag zurück.
Geschrieben am
Deutschrap, Kunst und Sonnenschein – so in etwa sah für viele Besucher des Berlin Festivals der Samstag-Nachmittag aus, lud das großzügige Außenareal um Art Village und Splash! Mag Stage doch durchaus zum verweilen ein. Während die Zuschauer auf letzterer von Acts wie Olson oder Motrip  kopfnickend gen Abend geleitet wurden, durften sie sich im Art Village gleich selbst künstlerisch verewigen, Tanzperfomances entdecken oder einfach nur für die anstehende Nacht regenerieren.  

Den Mut zum inhaltlichen Kontrast spürt man an diesem Abend bereits um 18:30 Uhr. Denn während Elektronik-Pionier Dieter Meier um diese Zeit die Mainstage betritt um seinen streckenweise recht fordernden Art Pop auf die Bühne zu bringen, geht es mit Straßenrap-Durchstarter SSIO auf der Splash Mag! Stage weitaus rustikaler zu. Sehenswerts bleibt am Ende beides.  

Nachdem Genetikk der Splash Mag! mit ihrem trocken klatschenden Deutschrap-Exkurs einen letzten Höhepunkt bescheren, füllt sich die Halle der Mainstage schlagartig mit Menschen auf der Flucht vor dem einsetzenden Regen und beschert so Zoot Woman eine der mutmaßlich größten Crowds der letzten Jahre. Ihr arg abgegriffener Disco-Pop rechtfertigt den Publikumsanstieg indes nicht, ebenso wenig der dumpfe, mit schweren Halleffekten kämpfende Sound in der überdimensionalen Venue. Die ersten Reihen klatschen dennoch euphorisch mit und spätestens, als das Duo zum Ende der Show die Bassdrum auspackt ist sowieso egal, was da gespielt wird: Hauptsache es knallt.
Hatte man schon den ganzen Abend mit dem Klang der Mainstage gehadert, so wird es beim Auftritt von 5 Sterne Deluxe endgültig zum Problem. Steht man nicht genau zentral vor der Bühne, bleiben Texte und Ansagen ein brummendes Ratespiel. Es trübt die Stimmung zusätzlich, dass die Vier nur zu dritt erschienen sind. Marcnesium fehlt und die anderen scheinen irgendwie nicht so richtig in Stimmung zu sein. Herzblut für die eigene Sache sieht anders aus. Traurig, wie halbherzig sich hier eine Heldenband der Ü30-Generation selbst erledigt.  

Im gegenüberliegenden Glashaus hat man sich derweil seines T-Shirts entledigt, das Konfetti fliegt und Acts wie Onra, Rustie und Jimmy Edgar halten die Abfahrt verlässlich am laufen. Die tropischen Klimaverhältnisse tun der Stimmung indes kaum einen Abbruch, zu packend kommen die zwischen schweren HipHop-Club-Hybriden und jackenden House-Beats pendelnden DJ-Sets daher.  

Auch heute überträgt Arte Concert wieder ausgewählte Konzerte im Livestream, unter anderem Modert, Man Without Country u.v.m.