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So war der Freitag: Konfettikanone!

Greenville 2012

Am Freitag prämierte das Greenville Festival in Paaren bei Berlin mit den Flaming Lips, Egotronic, Deichkind u.v.m.
Geschrieben am

30 Grad im Schatten. Für den Einen die perfekte Ausgangslage für drei Tage Zelten, Alkohol und Musik, für den Anderen eine wahre Katastrophe. Sicher auch aus Hitzegründen war der Freitag beim Greenville bei Berlin nur mäßig besucht. Nur 3000 von 10000 Tickets waren im Vorverkauf an Mann und Frau gebracht worden und auch die Tageskasse wurde eher sparsam besucht. Und so bot sich ein beinahe schockierendes Bild, als die Flaming Lips vor circa tausend Menschen ihre gigantische Show durchzogen. Konfettikanonen,Tänzerinnen, riesige Ballons in der Luft und Legende Wayne Coyne, der im aufblasbaren Ball in der winzigen Menge zu baden versuchte. Musik und Show waren großartig, auch wenn die entspannte Stimmung dringend nach mehr Exzess verlangte.

Dem Festival merkte man schnell an: Es war die Premiere. Vieles funktionierte nur mäßig, wie etwa der Bändchentausch und die Idee, Getränkebons an einem einzigen winzigen Stand zu verkaufen, oder auch gar nicht, wie etwa der Securityservice, der einfach nicht vorhanden war und es jedem Besucher problemlos erlaubte durch den VIP Bereich in den Backstage zu gelangen.

Spätestens beim Auftritt von Gogol Bordello war das Thema Stimmung dann aber kein Problem mehr. Selbst der gelangweilteste Gast hüpfte mindestens ein Mal vom einen Bein auf's andere und nach einer ewigen Warterei enterten um 1 Uhr auch endlich Deichkind die Hauptbühne. Immer noch mäßig in der Zahl, aber inzwischen mit hohem Durchschnittspegel begrüßten die Besucher das riesige Team aus Tänzern, Bühnenbauten und Deichkindern. Mit Neon-Alufolienkostümen und im Dunklen leuchtend lieferten Deichkind den Tagesabschluss der Superlative. Spätestens als die Jungs in einem riesigen Fass zum Song »Roll das Fass rein« durch die Zuschauer glitten oder als Ferris MC aus einem Schlauchboot einen Sack Federn in die Zuschauer goss, tobte das Greenville. Zu Recht, denn auch wenn sich Deichkind mit ihren letzten beiden Alben klar von ihrem alten Sound abgrenzen, brachten sie sogar die Fans der ersten Stunde mit der Live-Version von »Bon Voyage« noch heute zum Tanzen und bewiesen, dass sie 2012 zu Recht auf keinem Festival fehlen dürfen. Pünktlich zum aufziehenden Gewitter verabschiedeten sich Deichkind mit einer tiefen Verbeugung und einem im wahrsten Sinne donnernden »Was rufen die? Muh? Sind wir hier auf ner Weide oder was, Digga?« zurück in die Stratosphäre.

Heute geht's beim Greenville für die, die in der vergangenen Nacht nicht mit dem Zelt weggeschwommen sind, weiter mit The Roots, Kettcar und dem Late-Night-Superhighlight Scooter!