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Zu Gast beim größten Clubfestival der Welt

So war der Amsterdam Dance Event 2010

Der Amsterdam Dance Event, kurz ADE, ist das relevanteste Clubfestival in Sachen elektronischer Musik. Intro war dabei.
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Der Amsterdam Dance Event, kurz ADE, ist das relevanteste Clubfestival in Sachen elektronischer Musik.

Es ist zugleich ein wichtiger Branchentermin, bei dem sich vorrangig die internationale Club- und Electroszene versammelt, um sich, ähnlich wie bei c/o pop, Eurosonic Noorderslag und Co., in Panels und Vorträgen die Zukunft der Branche anzugehen oder sich einfach zu meeten und zu greeten. Ähnlich wie beim Reeperbahn-Festival kann man sich als Besucher ein Eintrittsbändchen für die gesamten Tage oder einzelne Veranstaltungen kaufen.

Auch in diesem Jahr prangte über dem ADE das Schild "Sold out". Rund 112.000 Besucher folgten dem Line-up aus 700 Künstlern, vorwiegend DJs, die sich auf insgesamt 44 Amsterdamer Clubs verteilten. Dank der Anwesenheit von 2.500 Fachleuten der Branche war das Festival-Line-up nicht nur mit großen Namen gespickt, sondern auch mit Acts, die der neue Hot Shit werden sollen.

Der ADE lebt aber nicht nur von diesem Line-up, sondern auch vom Charme der niederländischen Haupt- und Hafenstadt. Denn abseits der exzessgeladenen Clubszene gibt es die Flüsse IJ und Amstel, die zahlreichen Grachten und die besondere Architektur, die die Stadt sehr besonders machen. Es bietet sich also an, zwischen den Beat- und Bassinfernos immer mal wieder die Amsterdam-Atmo aufzusaugen, weil’s so schön ist.
Und schon am Mittwoch war volles Programm angesagt. Im traditionsreichen Club Paradiso kürte die Branche ihre Helden. Bei den ersten "International Golden Gnome Awards", den inoffiziellen Oscars der Clubszene haben unter anderem Armin van Buuren in der Kategorie "Most Popular International DJ", Bloody Beetroots in "Favorite masked DJ/Live Act" und Dr. Lektroluv als "Best Dressed DJ" abgräumt. Nur ein Steinwurf entfernt - in der ehemaligen Milchfabrik, dem Melkweg - gab es die offizielle ADE Opening Party mit u. a. Al Ester, Carl Craig, Derrick May und Juan Atkins. Auch das Berliner Label BPitch Control wartete mit einem eigenen Abend in der Sugar Factory auf. Zu Gast waren dort Ellen Allien, Sascha Funke und Boy George.
 
Nach einem abendlichen Spaziergang an den Grachten ging es am Donnerstag auch schon wieder munter weiter. Im Melkweg versorgten Boys Noize, Djedjotronic, Aeroplane und Joost van Bellen die versammelte Meute mit feinsten elektronischen Klängen. Ein weiteres Highlight des Donnerstagabends war die Kompakt Label Night mit den Residents Michael Mayer, Matias Aguayo und Robag Wruhme. "10 Years Of Moon Harbour & Secretsundaze" hieß es im Studio 80 mit u. a. Luna City Express, Matthias Tanzmann und Boris Werner, die den Club mit ihren Salven aus Techno und House bis in die frühen Morgenstunden versorgten.
 
Auch der Freitag hielt jede Menge Highlights bereit. So fand im Bitterzoet – eine, der beliebtesten Bars in Amsterdam - die Man Recordings Label Night statt. Dort gastierten z. B. Schlachthofbronx und Daniel Haaksman und bescherten den Besucher einen Mix aus Dubstep, Kuduro, Soca und brasilianische Beats.
Im Paradiso gab es die fast schon legendäre "OI!"-Party, veranstaltet vom gleichnamigen, niederländischen Label. Magnetic Man sowie Skream, Benga & Artwork sorgten dort für wahrhafte "Bass-Pornografie Galore".
 
Am Samstag fieberte man dem Auftritt von US-Amerikanerin Kelis entgegen. Dieser fand ebenfalls in einem ausverkauften Paradiso statt. Im Trouw gaben sich Hercules And Love Affair die Ehre. Im Powerzone wurde die "Minus Night" von Richie Hawtin, Marc Houle und Magda geschmissen. Ein weiteres Highlight an dem verregneten Samstagabend war der Auftritt von den Midnight Juggernauts im Melkweg. Auch das Frankfurter Label Cocoon richtete einen eigenen Abend mit, wie es sich gehört, Sven Väth, Chris Tietjen und Exrawelt aus.
 
Wie es unser Ex-Kollege Daniel Koch schon im letzten Jahr richtig konstatiert: "Man kann bei einem Event wie dem ADE nur das meiste verpassen – das ist eine weitere Wahrheit, die man dort - wie auf jedem Stadtfestival dieser Art - am Ende mit nach Hause nimmt. Man sollte es lieber so handhaben: Wenn man am Sonntagabend nach dem ADE die Erinnerungsbilder im wieder aufgeräumten Schädel begutachtet, und dort ein munteres Kontrastprogramm aus lauschigen Bootsfahrten, leuchtender Grachtenpracht, hippiesken Coffeeshop-Eindrücken, verschwitzten Arm-in-die-Luft-Momenten, netzhauterzersengender Lightshowattacken, wild zuppelnder Schönheiten und ekstatisch abgehender DJs findet, dann hat man eigentlich alles richtig gemacht."
 
In diesem Sinne: Bis zum nächsten Jahr.