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»Lush«

Snail Mail

Den britischen NME und seinen berühmt-berüchtigten Hype-Cycle gibt’s nicht mehr. Deswegen muss jemand anders den Job übernehmen und (mal wieder) die Rettung des Indie-Rock verkünden. Mit einem Unterschied: Bei Snail Mail stimmt das wirklich.

Geschrieben am

Die in Baltimore aufgewachsene, gerade mal 18 Lenze zählende Lindsey Jordan ist im letzten Jahr mit ihrer famosen »Habit«-EP erstmals in Erscheinung getreten und kann sich seitdem vor Lobeshymnen und Vorschusslorbeeren kaum retten. Aber was bleibt einem übrig, als zu sagen: Alles gerechtfertigt, denn »Lush« ist ein so hervorragendes Coming-of-Age-Debütalbum, wie man es nur alle paar Jahre hört. Bei der melancholischen Vorab-Single »Pristine« kommt einem die Frage in den Kopf, warum es nicht Natalie Portman war, die einem im Warteraum einer Arztpraxis dieses Lied gezeigt hat: »You’ve got to hear this song. It’ll change your life.« Recht hätte sie.

Natürlich geht es auf »Lush« ums Heranwachsen, die Liebe und die dazugehörenden unzähligen kleinen und großen Grausamkeiten. Das hat man theoretisch schon häufig gehört, aber Zeilen wie »Is there any better feeling than coming clean?« sind auf wundersame und neuartige Weise reif und naiv zugleich. Zusätzlich zeigt sich Lindsey Jordan bereits als geschliffene Songwriterin: »Full Control« lässt einem gleichzeitig das Pipi in die Augen schießen und euphorisch mit der Luftgitarre durch die Gegend hüpfen. »Stick« ist der tieftraurige Indie-Rock-Ohrwurm, den man gar nicht mehr loswerden will. Und wenn Lindsey Jordan im Closer »Anything« fragt: »Are you hung up? Do you love me?«, kann man gar nicht anders, als zu antworten: Ja, wir sind besessen, und ja, wir sind verliebt. Snail Mail wird den Indie-Rock retten.

Snail Mail

Lush

Release: 08.06.2018

℗ 2018 Matador

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