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Smile

Boris

Nach Alben mit Sunn O))) und Merzbow und zwei Jahre nach "Pink" kommt nun machtvoll das neue Boris-Album. Andere Einflüsse wollten sie probieren.
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Nach Alben mit Sunn O))) und Merzbow und zwei Jahre nach "Pink" kommt nun machtvoll das neue Boris-Album. Andere Einflüsse wollten sie probieren.

 

Manches wird explizit gelabelt: "Buzz-In" spielt schon im Titel auf Buzz Osborne, also die Melvins an und klingt auch so (heißen sie nicht auch wie ein Melvins-Song?). "Statement" offeriert Teile, die von Kyuss sein könnten. In "No One Grieve" erhebt sich über ungeheurem Tumult (irgendwo sind auch Instrumente wie Schlagzeug und Bass zu erahnen) eine infernalische Leadgitarre, wie wir sie im alleinigen geistigen Besitz des Herrn Dinosaur Mascis wähnten. Anderswo klimpern Sounds aus einer mutmaßlich japanischen Fernsehserie, haben sie ein Baby fröhlich glucksend hineingesampelt, machen kecke Huhuuu!-Chöre Glam-Laune.

Dann diese Sounds: Um die ganz gewöhnlichen Rock-Lautstärkeverhältnisse scheren Boris sich nicht. Setzt die Gitarre zur Exkursion an, verblasst der Rest nur zu gern. Manchmal werden alle Regler zugleich hochgezogen. Mal rumpelt das Schlagzeug irgendwo im Hintergrund oder klingt - wie in "My Neighbor Satan" (!) - fast wie eine Beatbox, und im unbenannten Finale regiert dann doch noch einmal Gevatter Drone Metal (wie damals, als wir uns kennenlernten, Boris, weißt du noch?). Stephen O'Malley (Sunn O)))) und Michio Kurihara (Ghost, White Heaven, The Stars) gastieren. Faszinierend daran ist, dass Boris bei aller Radikalität immer psychedelisch weich klingen, als könnten sie niemandem echt böse sein - und vielleicht stimmt das ja auch. Großes Kino.