×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

England and a broken radio

Six By Seven

Und das gelingt. 'The Closer You Get', das neue Album, hinterläßt, obwohl nach einem schroffen Auftakt mit poppigen Songs und Arrangements nicht gegeizt wird, eher dunkle Eindrücke. Regelmäßig durchkreuzt von angenehmen Ausschreitungen in Form von Gitarrenwänden sehr transparent produzierten, post-S
Geschrieben am

Autor: intro.de

Und das gelingt. 'The Closer You Get', das neue Album, hinterläßt, obwohl nach einem schroffen Auftakt mit poppigen Songs und Arrangements nicht gegeizt wird, eher dunkle Eindrücke. Regelmäßig durchkreuzt von angenehmen Ausschreitungen in Form von Gitarrenwänden sehr transparent produzierten, post-Sonic-Youth'schen Ausmaßes. Six By Seven stöbern, wie und wo sie Lust und Laune haben. Für den Tiefgang, den die Betrachtungen Olley zufolge indes haben sollen, stehe der Opener 'Eat Junk Become Junk', welcher die auch im UK durchgesetzte Präferenz für Fast-Food amerikanischer Prägung beschießt. McDonalds allerorten, so lautet die Diagnose, vor der auch Acts wie Travis nicht verschont bleiben. 'Diese Musik steht für absolut nichts außer dem windelweichen Versuch, irgendwie ins Ohr des Konsumenten zu gehen, und dafür bekommen sie dann diese dicken Medienaufgebote zur Verbreitung.'
Der Einwand, wenn schon Heavy-Rotation, dann doch vorzugsweise mit Kapellen, welche immerhin Schönheiten à la 'Writing To Reach You' anschieben, verhallt ungehört. Man ist nicht gegen das Geschäft - es stört die ungenügende Aufmerksamkeit, die man selbst bislang erfahren hat. 'Nimm Gay Dad und wie diese Spinner alle heißen. Die bekommen die Aufmerksamkeit der Presse und nutzen sie, um das Signing so lange herauszuzögern, bis sie den ganz großen Deal bekommen. Und dann verkaufen sie viel, viel weniger Platten als wir. Mit dem ganzen Trara vor, neben und hinter ihnen. Das ist doch lächerlich. 'England And A Broken Radio' auf der neuen Platte handelt von genau solchem Scheiß. Wir dagegen wollten immer Platten machen, hatten sofort einen Deal und sind immer froh gewesen, veröffentlichen zu können. Die Zeiten sind musikalisch zwar konservativ, insgesamt aber besser als früher. Ich meine: we still believe in the guitar.'
In diesem Zusammenhang räumt Olley präventiv mit einem ihn störenden Vorurteil auf. Und gerät in Fahrt: 'Viele vermuten bei uns Pink Floyd-Einflüsse, da wir früher lange Stücke gemacht haben. Ehrlich gesagt: von uns mag die keiner. Wir haben so geschrieben, da wir aus der Dancemusic mit ihren Loops gelernt haben, daß erst die repetitive Struktur eines Songs die Leute mitnimmt, richtig in Wallungen und zum Tanzen bringt. Mit dem neuen Album sind diese Zeiten allerdings vorbei.' Das sind die Zeiten. Das ist Six By Seven. Das ist die Lage.