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Gesund geschrumpft

Simian Mobile Disco

Nach Simian haben James Ellis Ford und James Anthony Shaw ihr After-Show-Projekt zur Hauptband erhoben.
Geschrieben am

James Ellis Ford und James Anthony Shaw müssen glückliche Menschen sein. Sie sind dem nervigen Bandalltag mit Ego-Rempeleien und stundenlangen Autobahnfahrten entkommen und jetten heuer munter durch die Welt, immer ein paar heiße Scheiben und die eigenen Tracks im Gepäck, und nicht zuletzt den Justice-Remix von “Never Be Alone (We Are Your Friends)”, mit dem sie zu Ruhm, Bookings und MTV-Fame gekommen sind.

Letzteres über den Clip zum Remix. Dieser war für den MTV-Award in der Kategorie “Bester Videoclip” nominiert. Für unsereins ‘ne ganz große Nummer, für die beiden allerdings kein Grund, nervös zu werden – und schon gar nicht anzureisen. Und zwar nicht, weil sie den Rummel auf dem Popniveau ablehnen würden – für Gala und Glamour können sie sich durchaus erwärmen –, nein, sie reisten nicht an, weil sie es als falsch empfanden, da sie so wenig damit zu tun hatten. Ford: “Wir hätten uns billig gefühlt, da es ja der Clip zu einem Remix von uns – also zu keinem eigenen Song – war. Aber klar, es wäre toll gewesen, Timbaland zu treffen.” Dieser übergab nämlich den Award, den sie tatsächlich und zur Überraschung aller gewannen, an den Clipregisseur. Das Hauptereignis des Abends allerdings war der Auftritt von KanYe West, dem selbst ernannten HipHopper mit Botschaft (wir erinnern uns an seine Medienauftritte nach der Katastrophe in New Orleans): West hielt es für einen Skandal, dass nicht er den Preis für seinen eine Million teuren Clip bekommen hatte, sondern dieser Act, den er nicht mal buchstabieren konnte. Und so tobte er wie Rumpelstilzchen über die Bühne. Die beiden lachen, als ich sie darauf anspreche, bleiben aber dabei: Auch das habe ihnen vor dem Fernseher gereicht. Ford: “Das wär schon ein Spektakel gewesen, das vor Ort zu erleben, aber mal ehrlich, wir wären wahrscheinlich fehlplatziert rübergekommen.”

Am Anfang war: Simian

Aber rollen wir die Geschichte mal vom Anfang auf: Simian waren eine nette Indieband mit guten Electronica-gespeisten Popsongs und zwei auch in Intro wohlwollend aufgenommenen Alben. Umso erstaunlicher, als sie sich plötzlich auflösten, wirkte doch alles so, als könnten sie sich dauerhaft in den Fächern breitmachen, in denen auch die Platten von Stereolab und Broadcast liegen. Fragt man nach, verwundert es kein bisschen mehr. Ford: “Du musst wissen, dass wir Simian eigentlich nie wirklich genossen haben. Die Band kam sehr schnell zusammen und musste gleich ein Album machen. Wir kannten uns so gut wie gar nicht und sollten plötzlich eine Band sein. Wir sind weder zusammen aufgewachsen, noch haben wir Gigs in miesen Pubs gespielt. Die Beziehungen in der Band waren nicht gut, vor allem am Ende. Wir haben jetzt definitiv mehr Spaß.”
Ein Ausweg zeigte sich am Horizont auf: das DJing, das eher durch Zufall in das Leben der beiden gekommen war. Zwar waren sie schon immer die Plattenkäufer und Elektronikfans in der Band, hatten aber keinen größeren Masterplan im Kopf, als sie anfingen, vor und nach den Simian-Auftritten als Simian Mobile Disco Platten aufzulegen. Eines ihrer ersten Sets fand im Oktober 2002 bei einem Intro Intim in Köln statt und klang ungefähr so, wie man es heute noch von Erlend Øye kennt (der zufällig an jenem Abend an ihrer Seite auflegte): eben charmant und nach Indie. Während Øye das Ganze aber genau so bis zur “DJ-Kicks” erfolgreich weiterführte, wurden Simian Mobile Disco immer elektronischer und wilder. Heute sind ihre Sets Bastarde aus Acid und Chicago House, Detroit Techno, New Rave (damit es auch mal fällt), Minimal, Rock, Dub, Baile Funk, Reggae und ihren eigenen Produktionen. Wild und auf Spaß ausgelegt.
Mit der Zeit häuften sich dann die reinen DJ-Bookings, Remixanfragen und Mixtapewünsche, die nur noch Ford und Shaw angingen. Und als die Band sich endgültig auflöste, machten sie einfach weiter – und heulen der alten Bandkonstellation keine Träne nach. Nur das Livespielen fehlt ihnen ein wenig, aber das Wichtigste, das Produzieren, das haben sie heute ja viel intensiver, da sie eben nicht mehr auf ein Album im Jahr beschränkt sind, sondern viel mehr veröffentlichen können, seien es eigene Maxis, Remixe oder Produktionsjobs für andere.
Apropos Produktionsjobs. Fords Arbeit für die Klaxons (siehe das Interview in Intro #148) und Arctic Monkeys war zuletzt massives Thema in der Presse, vor allem der britischen – und vor allem wegen der Monkeys. Zu groß waren im UK die Ängste, dass Ford dieses Erfolgsmodell von UK-Rock verwegen in etwas Modernes umkrempeln wolle, indem er seinen Style aufoktroyiert. Das sei natürlich Blödsinn, gibt dieser zu verstehen. Aber da er Humor hat, und die Band auch, witzelten sie im Studio tatsächlich darüber, in einer halben Stunde ein dummes Electroclash-Stück zu machen und dieses auf YouTube zu stellen. Nicht nur Shaw ist der Ansicht, dass das ja wohl großartig gewesen wäre.
Auch andersherum findet laut Ford keine wirkliche Beeinflussung statt: “Wir machen Musik auf eine ganze andere Art als die Bands, die ich produziere. Meine Produktionsideen werden immer durch die räumliche Umgebung und meine Beziehung zu den Leuten geprägt. Von daher denke ich, dass ich von dem, was mir so während der Produktionszeit begegnet, nichts bei Simian Mobile Disco einbringen könnte. Es ist wie eine Kaugummiblase, in der man für drei Monate ist. Schon seltsam, man verbringt für eine gewisse Zeit zwölf Stunden am Tag mit diesen Leuten, und dann ist es wieder vorbei, kommt das nächste Projekt.”Dann kam: der Remix

Also, DER REMIX. Kaum eine Bearbeitung der letzten Jahre hat eine derartige Pissmarke gesetzt wie “Never Be Alone (We Are Your Friends)”, eigentlich ein alter Simian-Song. Entstanden ist er als Auftragsarbeit im Rahmen eines Remix-Wettbewerbs, den Source, das damalige Label von Simian, ausgerufen hatte. Lustigerweise wählten die Jungs selbst einen anderen, kaputteren Mix aus, der es jedoch nie auf Platte schaffen sollte. Dafür wurde der nicht genommene Justice-Mix via Ed Banger Records zum ersten großen Hit des Labels und zum Startschuss für den großen Simian-Mobile-Disco-Rummel. Nun könnte man denken, dass sie es gerade nach den Worten zum MTV-Award nicht ganz so toll finden, durch jemand anderen nach oben geschwemmt zu werden, dem ist aber nicht so: Ford: “Ich denke, dass wir auch ohne den Remix heute da wären, wo wir sind. So laufen die Dinge nun mal, manchmal kommt es über Umwege. Wir machen ja auch jede Menge Remixe für andere. Wir hätten es auch so geschafft.”
Ein gesundes Selbstbewusstsein. Zu Recht. Hört man die zehn Stücke ihres Debütalbums “Attack Decay Sustain Release”, so vermisst man den Hit nicht, eher weiß man sofort, warum er nicht drauf ist: Hier funkeln neue, noch nicht so besetzte Clubdiamanten, catchy Songs, die vom neuen Wagemut künden, der derzeit dank Ed Banger, Kitsuné und Digitalism durch die Clubs fegt, von dem, was möglich ist, wenn Ängste ignoriert werden, Sicherheitsdenken beiseitegeschoben – und so Platz gemacht wird für eine Alles-ist-möglich-Mentalität, die ordentlich scheppert wie Def Leppard, dabei aber nie das Augenzwinkern und den Popappeal aus den Augen verliert. So macht Clubkultur wieder richtig Spaß.

Und schließlich: die Clique

Justice sind ebenfalls Teil dieser großen Clique. Auch sie haben durch den Remix Karriere gemacht. Nur gerecht, haben sie doch zunächst am wenigsten davon profitiert – jetzt mal monetär gesprochen. Und genau da setzt diese Erfolgsgeschichte rund um die beiden Acts an – oder eben nicht. Es geht hier primär mal nicht um Geld, nicht um kalkuliertes Produzieren, sondern zunächst einmal um den Spaß an der Sache und dann erst mal lange um nichts. Justice haben aus Lust an dem Wettbewerb teilgenommen. Und auch Ford und Shaw erzählen mir von Remixen, die sie nur so aus Jux machen, nur, um zu sehen, wie das Original eigentlich gemacht wurde, und um es dann mal im eigenen Set zu spielen. Zuletzt haben sie beispielsweise “Big Fun” von Inner City remixt.
Bringt man diese Herangehensweise auf das nächste Plateau, ist man wieder bei dieser neuen Clique zwischen Paris und London. Es ist das gleiche Phänomen wie einst in Detroit oder Seattle, um zwischen Techno und Grunge den großen Spagat aufzumachen: ein Coming-out lokaler Szenen, die zunächst vor allem eine Hood von Freunden sind und genau aus dieser Unaufgeregtheit, die den Worten Hood und Freunden anhaftet, Großes entwickeln. Und später wundern sich alle, warum drei Kids aus der gleichen Schulklasse in Detroit zufällig zu den größten Technoproduzenten ihrer Dekade wurden. Oder wie es sein kann, dass die Mitglieder der wichtigsten Grungebands der 90er-Jahre sowie die Labelbetreiber von Sub Pop einst am gleichen Fließband jobbten. Freundschaft und Spaß sind halt doch die besseren Voraussetzungen für Kunst als Businesspläne und ein FDP-Parteibuch. Zwar endet das Spiel des Lebens nicht immer so gerecht, aber wenn, dann nimmt man es doppelt so gern mit.
Die heutige Clique ist eine internationale. Das sind die neuen Zeiten. Man flüstert mir ins Ohr, Globalisierung würde sich an dieser Stelle gut machen. So sei es: die Folgen der Globalisierung. Und sicherlich auch von MySpace und Konsorten. Und so setzt sie sich neben Leuten aus Paris und London auch aus New Yorkern (!!!, Rapture, LCD Soundsystem), Belgiern (Soulwax, 2manydj’s) und Brasilianern (Bonde Do Role, CSS) zusammen – und wird stetig größer und multikultureller. Und es vergeht kaum ein Wochenende, an dem sich die Protagonisten nicht über den Weg laufen; ihr Zuhause ist eben, frei nach dem Jeans Team, die Welt.
Aber es mutet schon absurd an, wenn sich alle mal wieder geballt wo einfinden. Beispielsweise zuletzt in einem Hotelzimmer in Austin beim SXSW-Festival (siehe Monitor in dieser Ausgabe und Nachlese in Intro #149), als mehr Produzenten auf 15 qm rumrannten, als bei einem durchschnittlichen Festival an einem Tag aufspielen. Das sei auch eine Folge der Überschaubarkeit der Szene, führt Shaw aus: “Man muss sich immer vergegenwärtigen, dass die Dancemusic-Szene nicht groß ist. In jeder Stadt sind es nur einige Leute, die wissen, was vorne ist.”
Die gemeinsame Milieuzugehörigkeit gehe aber über das Saufen hinaus, mit etlichen Leuten verbänden sie enge Freundschaften – und auch Arbeitsachsen. Ford: “Wir sprechen mit Leuten wie Klaxons, 2manydj’s oder Erol Alkan regelmäßig: tauschen Stücke aus und tratschen über Musik. Es ist nett, Freunde zu haben, die an ähnlichen Dingen arbeiten. Zusammen ist man stärker. Erol z. B. wohnt um die Ecke von uns, von daher kommt er oft vorbei und macht produktive Anmerkungen zu unseren Rough Mixes.” Shaw ergänzt: “Aber wenn wir Musik machen, denken wir nicht an die Szene. Ich glaub nicht, dass wir musikalisch Ähnlichkeiten haben. Was die Haltung betrifft aber schon: Wir wollen alle nicht wie purer Rock klingen und auch nicht nach dem normalen Electrostuff.”
Das stimmt. Sie klingen in der Tat alle originär. Auch das eine Besonderheit dieser Clique von 2006/2007. Simian Mobile Disco mögen es, bei allem Verständnis für das Zerhackseln, wie es Ed Banger betreiben, gerne auch harmonisch und direkt. Chicago House hat eine große Spur bei ihnen hinterlassen, musikalisch wie textlich. Ford: “Wir mögen alte Chicago-Tracks sehr. Und auch Detroit. Wir mögen überhaupt viel von den alten Klassikern der elektronischen Musik. Das war die Dancemusik, die uns abgeholt hat. Acid House und seine Folgen. Sie waren die Ersten, die gelernt haben, die Maschinen wirklich zu benutzen. Das hat so etwas Natürliches und Simples. Sie alle haben analoge Maschinen benutzt, man kann die Energie und die menschliche Kommunikation spüren. Das sind Dinge, die wir in unserer Musik auch haben wollen – wir wollen nicht das Gleiche wie alle machen. Wir wollen nicht den gleichen Sound wie die Ed-Banger-Leute mit den gleichen Instrumenten wie sie machen.”Und so schaut bei ihnen die gute Laune oft in Form von alten Stücken vorbei, die sie für ihre Sets ausgraben. Denn die beiden empfinden es als großes Defizit vieler Sets, dass die Leute nur Aktuelles spielen und, gerade derzeit, auch zu viel Minimales. Letzteres Genre mögen sie zwar und lassen da so einiges einfließen; aber sich drauf limitieren, das wäre falsch, dafür lieben sie die Ekstase zu sehr, diese Peakmomente der Nacht, in der die in der Luft liegende Melancholie vieler Stücke, auch gerne die der Simian Mobile Disco, in die absolute Entladung überführt wird – womit wir wieder beim Album wären. Ford: “Wir haben es als Partyalbum angelegt, es soll Spaß machen – aber auf dem Weg dahin hat sich viel Melancholie eingeschlichen, mehr als wir wollten, das liegt schon an unseren Akkorden.” Diese “gewisse Bittersüße”, wie Shaw es ausdrückt, “hängt wohl damit zusammen, dass wir aus einem Bandkontext kommen. Wir benutzen andere Akkorde, Mollakkorde, deswegen haben wir noch so ein gewisses Folkfeeling in der Musik, auch wenn sie sich ganz anders anhört. Wir produzieren eben keine reinen, glasklaren, uplifting Housetracks. Es ist nett, eine gewisse Nachdenklichkeit mitzutransportieren.”
Dieser Anspruch geht aber nicht so weit, dass auch die Texte in Moll und mit ausufernden nachdenklichen Geschichten angelegt werden – was man ja doch als eingeschleuste Tendenz vermuten könnte, angesichts der Produktionsjobs Fords für die wortreichen Science-Fiction-Storyteller Klaxons und die nicht minder ausdrucksstarken, aber eher am Daily-Working-Class-Life interessierten Arctic Monkeys. Doch Pustekuchen, die Texte von Simian Mobile Disco sind kurz und prägnant, ganz so, wie man es von alten Chicago-House-Tunes kennt. Ideale Slogans für T-Shirts. Da heißt es “It’s the beat – you don’t need an invitation, cause it’s my creation” (mit “Pump Up The Jam”-Referenz im Hintergrund). Da sie subtilen Humor sehr mögen, reiten sie ihn, wenn’s denn passt, schon mal länger aus wie in “Hustler”, das sie mit der New Yorker Sängerin Char Johnson eingespielt haben. Nachdem klargestellt ist, dass alle Schuld im Genpool angelegt ist (“I’m a hustler baby – that’s what my daddy made me”), wird aus Langeweile und Geldarmut im Plattenladen geklaut, was in den Mantel passt – und drum herum tobt ein Acidgewitter und trägt uns immer höher. Noch expliziter in Richtung Song und Storytelling geht “I Believe”, das sie gemeinsam mit dem alten Simian-Sänger Simon Lord aufgenommen haben: “Wir teilen eine Geschichte mit ihm, und er weiß, was zu unserer Musik funktioniert und was nicht.”
Insgesamt haben die beiden 15 bis 20 Leute ins Studio eingeladen, von den meisten schafften es allerdings nur Fetzen auf das fertige Album. Und Fetzen ist wörtlich gemeint. Shaw und Ford stören sich nicht an verfremdenden Eingriffen, tauschen Silben, verändern Worte und Aussagen. Shaw: “Es ist verdammt schwierig, Stimmen, Texte über elektronische Musik zu legen. Zumeist klingt das sehr bootlegig. Wir experimentieren gerne mit ihnen rum, verändern sie massiv, so, wie wir es generell mit allen Sounds machen. Ich würde es nicht respektlos nennen, aber wir behandeln die Texte nicht so wie Indiebands, bei denen sie mehr herausgestellt sind. Bei uns werden sie eingereiht.” Ford ergänzt: “Wir mögen es, den organischen Charakter, einzelne, kurze Textelemente immer wieder zu bringen, uns geht es nicht wirklich darum, uns auszudrücken, schon auch, aber eben nicht ausufernd.”
Bleibt noch die Frage nach der Labelwahl. Shaw und Ford haben sehr bewusst beschlossen, das Album nicht auf einem der hippen Labels der Stunde zu veröffentlichen, sondern auf dem Indie-Allrounder Wichita. Shaw: “Das Kitsuné-Zeug ist zu sehr mit der französischen Szene verbunden. Ed Banger natürlich auch. Wir mögen, dass Wichita kein Dancelabel, sondern breiter aufgestellt ist. Das platziert uns anders. Natürlich ist unsere Musik für die Clubs gemacht, aber ich sehe das Album nicht nur als ein Dancealbum – das sieht man am großen Stellenwert der Vocals und auch daran, dass wir die langen Intros und Outros, die im Club ja sehr wichtig sind, weggelassen haben. Von daher ist es wichtig, dass es woanders andockt.” Und es hilft, sie vom Backlash des New Rave fernzuhalten, denn dass der kommt, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Findet auch Ford: “Der begann schon in dem Moment, als der Hype ins Leben gerufen wurde.” Und es wäre wirklich jammerschade, wenn sie in den Strudel mit reinrutschen würden, dazu werden sie in den Clubs zu sehr gebraucht.

Top 3 Partysongs
Steve Strafe “Set It Off”
Elephant Man “Wine Up”
Duke Dumont “Make It Bounce”

Last Birthday Party
Ford: Meine letzte Geburtstagsparty endete in einer typischen Eastendkneipe mit dicken Bouncern. So dunkle Gangstertypen, die aber lustigerweise Karaoke sangen, und dann auch noch Dolly-Parton-Stücke. Wir waren ziemlich betrunken, es wurde also noch sehr albern.
Shaw: Meine war sehr schlimm. Ich habe ein Kind, das damals sechs Wochen alt war. Ich hatte also wenig Schlaf in der Nacht zuvor, dementsprechend hart war es, wach zu bleiben. Ich habe aber immerhin 22 Stunden durchgehalten. Das ist dann eine gute Übung fürs DJen, zumal der Noise ja auch da ist.
Ford: Ich musste bei den Drogen bleiben. [Allgemeines Gelächter]
Habt ihr eigentlich auch das Gefühl, dass Drogen wieder eine größere Rolle in der Clubkultur spielen?
Shaw: Ja, seit drei Jahren oder so sind sie immer präsenter. Und das ist gut so. Die Leute wollen einfach eine gute Party haben, sagen: “Fuck it, let’s have a party.” Das ist gut.

Best Party
Shaw: Wir waren beim Exit Festival in Serbien. Wir hatten keine Ahnung, wie es werden würde. Und dann war es dieses Riesenfest mit einer unglaublich großen Bühne. Da waren bestimmt 40.000 Leute da – vor uns spielten M.A.N.D.Y. Die sind alle ausgetickt.
Ford: Die Frauen waren der Wahnsinn. Wir können das nur empfehlen. Viele gehen erst zum Sonar und dann dorthin. Viele gehen eine Woche vorher hin, um sich vorzubereiten, und bleiben noch eine, um es zu verarbeiten.

Best Tour City
Ford&Shaw: Bergen. Wir waren da gerade erst, spielten unter der Woche in einer Bar – und trotzdem gingen alle irre ab, an einem Mittwochabend. Und auch sonst ist das eine tolle Stadt, reizende Landschaft.