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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Das goldene Album«

Sido

Wenn alles gesagt und getan ist, dann kann man sich ja wieder auf pure Klasse konzentrieren. Tut Sido dann auch. Brillantes Album. 
Geschrieben am
Ach, es hätte so schön sein können: Einen witzigen Bogen vom »Arschficksong« zum Sparkasse-Rap à la Cro spannen, Abgesang, Hohnparolen, gute Nacht. Rezensent zufrieden, einmal die Sau durchs Twitter-Dorf getrieben. Doch jetzt das: Sido verbrennt das ganze Gedöns und packt radikal Qualität aufs Tapet. »Hamdullah« belebt »A Friend« von KRS-One nach fast 20 Jahren neu, »Bljiad« ist eine grüne Wolke deluxe, selbst eine Außenseiterhymne wie »Ganz unten« nimmt man ihm 1:1 ab.

Als Kontrast: »Männaz mit Vaginaz« ist ein freies, funkiges Stück, wie wir es aus der Endphase des Streets-Skinners (die Twitter-Songs-Phase) kennen. Knochentrocken ist der fast durchgängige Beat-Aggregatzustand, drohende Schwaden ziehen ab und an durch (»Striche zählen«) und bei all den Verlierergeschichten baut sich unweigerlich die Frage auf: Der soziale Konflikt jetzt ausgerechnet bei Sido und dann auch noch so gut dargestellt? Are you kidding me? Dem können wir uns dann ja mal widmen, wenn die unvermeidlichen Diskussionen über das – musikalisch überragende – »Geuner« abgeklungen sind.

Sido

Das goldene Album

Release: 18.11.2016

℗ 2016 Goldzweig Berlin GmbH, under exclusive license to Vertigo/Capitol, a division of Universal Music GmbH

Sido »Das goldene Album« (Urban / Universal / VÖ 18.11.16)