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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Showroom of Compassion

Cake

Cake bleiben wie schon einst die Antithese zu Grunge. Warum eigentlich? Weil Dinge, die wir im Krieg erfinden, auch im Frieden funktionieren, Asbest zum Beispiel oder Atomkraft?
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Triumphierend meldet das Info, die Band halte auch 2011 an dem unverwechselbaren Stil fest, den sie seinerzeit als Antithese zu Grunge entwickelt habe. Und warum hält man an einer Antithese zu einer These fest, die keiner mehr aufstellt? Weil Dinge, die wir im Krieg erfinden, auch im Frieden funktionieren, Asbest zum Beispiel oder Atomkraft? Die Transparenz und die präzise Feinmechanik der Arrangements, der entschieden gelangweilte Gesang John McCreas und die zwingend logisch gebauten Melodien brauchen dabei doch nicht mal keine Feinde, um der Band zur Ehre zu gereichen. Obwohl Cake in gewisser Weise Pioniere waren, wurden sie nie kopiert und daher auch (im horizontalen Sinne) nie erreicht.

Bands, die später minimalistischen Gitarrenrock machten, machten es viel schleißiger (White Stripes), und Bands, die später handgemachten Discopop machten, machten es viel schicker (Phoenix). Und so erscheinen Cake heute wie damals als plausibles Alternativangebot zum state of the art, ohne überhaupt irgendwas verändert zu haben.

In drei Worten:  ASBESTt-POP / PLAUSIBEL / KRIEG