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Shots

Ladyhawk

Gitarrensoli, verschleppte Rhythmen, grummelnde Gitarrenbretter, Klagegesang, alles da, aber auf eine Indie-mäßige Art freigespielt.
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Was bei dem Quartett aus Vancouver mit undiszipliniertem Booze-Rock begann, hat sich nach einer Twelve-Inch-EP und einem Album zu einem strukturierten eigenen Sound entwickelt. Auf Album Nummer zwei haben die - natürlich mit reichlich Bartwuchs gesegneten - Ladyhawks eine zeitgemäße Interpretation des alten Schreckgespenstes Bluesrock zusammengetackert, die zwar abgehangen klingt, aber der typischen Lederwesten tragenden Genre-Klientel wohl verschlossen bleiben wird.



Gitarrensoli, verschleppte Rhythmen, grummelnde Gitarrenbretter, Klagegesang, alles da, aber auf eine Indie-mäßige Art freigespielt. Es ist wohl vor allem die Unvorhersehbarkeit der durchweg harmonischen Songstrukturen, die jegliche Altherren-Schnarchigkeit vehement abschüttelt. So wandelt Sänger/Gitarrist Duffy Driediger in "Fear" die Anfangsharmonien von "Got To Get You Into My Life" mit Leichtigkeit zur eigenen Gesangslinie und legt auch sonst viel Herzblut ins Singen, Säuseln und Schreien.

Schön auch der "Doo Whop"-Chor auf "Faces Of Death", und natürlich kann so eine Platte nur mit einem Jam-lastigen Zehn-Minuten-Brecher aufhören, glücklicherweise mit einem funktionierenden Spannungsbogen statt mit uferlosem Gitarrengenudel. Eine Entdeckerplatte für alle, die sich trauen, das Wort "Bluesrock" in den Mund zu nehmen.