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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Moodswings

Shooting John

Eigentlich ist Schweden ja gar kein Land der großen innerkulturellen Unterschiede, keines, in dem Klima, kulturelle Einflüsse oder soziale Standards besonders stark divergieren. Und doch schaffen die Leute dort Musiken, die in ihren Herkünften und Traditionen total unterschiedlich sind und trotzdem
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Eigentlich ist Schweden ja gar kein Land der großen innerkulturellen Unterschiede, keines, in dem Klima, kulturelle Einflüsse oder soziale Standards besonders stark divergieren. Und doch schaffen die Leute dort Musiken, die in ihren Herkünften und Traditionen total unterschiedlich sind und trotzdem immer sehr nach hingebungsvollem Umgang mit den entsprechenden Ursprüngen der Stilarten klingen. Bemerkenswert. Das war beim Rock’n’Roll so, beim folkigen, melodiösen Pop, und auch jetzt, bei der ersten Americana-Band, die mir aus Schweden unterkommt, ist das so. Shooting John kommen quasi aus dem Nichts und setzen sich von null direkt an die Spitze ihrer Stilart. Sie haben amerikanischen Country gehört, den Folk Giant Sands, Calexicos und der Willard Grant Conspiracy, sie kennen Johnny Dowd und Jim White. All diese Einflüsse verquicken sie jedoch mit einem außerordentlichen Interesse an Melodie. Sie halten ihre Arrangements verhältnismäßig klein, um ihre Harmonien richtig herausstechen zu lassen. Darin sind sie Pop, und es macht ihnen gar nichts aus. Sie haben mit Peder Gravlund einen Sänger, der sehr gekonnt zwischen poppiger Leichtigkeit und der Schwermut vieler Alternative-Country-Sänger changiert, dabei durchaus klassisch klingt, ohne dass wenigstens mir ein Vergleich von ähnlicher Qualität einfallen will. Eine Deutschland-Tour ist gerade beendet, und ich ärgere mich, dieses Debütalbum erst jetzt entdeckt zu haben. Denn diese Platte wird auch Leuten, die sonst nur wenig mit der Stilart anfangen können, viel geben. Und das nicht nur wegen ihrer ausgeprägten Melodiösität.