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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Lucky Day

Shaggy

Was für eine Karriere: Als Kind den Spitznamen einer Comic-Figur verpasst bekommen und damit dann auch noch weltberühmt werden. Anders als sein Namensgeber aus der Zeichentrickserie Scooby Doo hat Shaggy nichts mit einem Loser gemeinsam. Sein letztes Album "Hot Shots" und die Single „It wasn`t me“
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Was für eine Karriere: Als Kind den Spitznamen einer Comic-Figur verpasst bekommen und damit dann auch noch weltberühmt werden. Anders als sein Namensgeber aus der Zeichentrickserie Scooby Doo hat Shaggy nichts mit einem Loser gemeinsam. Sein letztes Album "Hot Shots" und die Single „It wasn`t me“ standen in zig Ländern an der Spitze der Charts, hinzu kamen etliche Auszeichnungen wie beispielsweise bei den World Music Awards als „Best International Male Artist“. In Stefan Raabs „TV Total“ war er gleich zwei Mal und hat sich dort als witziger Zeitgenosse präsentiert, toastete zum Politiker-Lied und hielt seine sündhaft teure, mit Brillanten besetzte Uhr, die er geschenkt bekommen hat, in die Kamera – für politisch korrekte deutsche Reggae-Hardliner ein weltanschaulicher Fauxpas sondergleichen. Wie kann jemand, der Dancehall-Hymnen wie „Big Up“ (mit Rayvon) abgeliefert hat, sich in solch seichte Gewässer begeben? Shaggy, der mit 18 Jahren Jamaika in Richtung New York verließ, hat den Kontakt zur Reggae-Szene jedoch nie abgebrochen. Schließlich waren seine ersten Hits reine Reggae Tunes: „Oh Carolina“ war ein Remake des Folks Bros. Klassikers von 1962 und „Mr. Boombastic“ eigentlich ein Tune aus einer Riddim Sammlung. Dieser Titel hat es auf Jamaika nie geschafft, „Mavis“ von Merciless (gleicher Riddim) vom ersten Platz zu verdrängen. Noch vor kurzem nahm er für Dave Kelly, der auch für „Lucky Day“ einen Track produzierte, den Hardcore-Tune „We are Jamaicans“ auf, den in Europa so gut wie niemand kennt, und bei dem sich die Radio-Playlist-Gestalter wohl auch abwenden würden. Die Kollaboration „Full Control“ mit dem exorbitanten Barrington Levy ist ein weiteres Zeichen, dass er zumindest mit einem Fuß noch fest im Reggae verankert ist. „Lucky Day“ ist aber auf keinen Fall ein Reggae-Album. Unter vielen Stücken, wie der Single-Auskopplung „Hey Sexy Lady“ liegt zwar ein treibender Ragga-Beat, bloß die Produktion ist doch eindeutig auf den Pop-Markt ausgerichtet. Alle Ecken und Kanten sind sorgsam weggeschliffen. In seinen Texten bewegt Shaggy sich ebenfalls oft in der Reggae-Thematik: „Hey Sexy-Lady“ ist Slackness pur, in „Full Control“ ruft er zur Befreiung der Frau auf in „Give Thanks“ liefert er saubere Conscious-Lyrics ab. Die Reggae-Gemeinde wird „Lucky Day“ als weiteren Schritt in den vollkommenen Kommerz brandmarken, doch das ist verglichen mit denen, die dieses Album lieben werden, nur ein verschwindend geringer Anteil.