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Punk reloaded

Sextile live in Hamburg

Zwischen Misanthropie, Show und Melancholie: Sextile bringen zu ihrer Show in Hamburg gleich zwei Vorbands mit, die unterschiedlicher nicht sein könnten.
Geschrieben am
7.2.18, Hamburg, Molotow Skybar

Eröffnet wird Konzertabend in der kleinen Skybar des Molotow von gleich zwei lokalen Bands. Void//Gist spielen noch vor recht dünn besetztem Publikum ein kurzes, von Dark Wave geprägtes Set und treten sympathisch steif dabei auf. Das Punkrock-Duo Prada Meinhoff aus Berlin ist deutlich extrovertierter, weiß aber nicht so recht, wohin mit sich. Mit Fluppe und Rotwein in der Hand macht Sängerin Christin Nichols mal auf überdreht-rotzig, reibt sich anzüglich an Gästen im Publikum, nur um dann von ihrer ständigen Angst im Alltag, nicht gut genug zu sein zu erzählen. Ein leidiges Schwanken zwischen zwischen Authentizitätsanspruch und Inszenierung – alles zu gewollt, fast schon unangenehm, auch das Cover von Grauzones »Eisbär« überzeugt nicht. 

Das tut der Vorfreude auf den Hauptact an diesem Abend allerdings keinen Abbruch. Sextile kommen aus dem sonnigen Los Angeles. Schlagzeugerin Melissa Scaduto im Renéegirl-Look mit »Shit Happens«-Logo auf dem T-Shirt, steht betont gelangweilt am Schlagzeug und verzieht keine Miene. Kenny Elkin am Bass trägt eine ähnliche Frisur wie The Drums-Sänger Jonathan Pierce und teilt sich den klassischen Lederjacken-Style mit dem Keyboarder Eddie Wuebben. Sänger Brady Keehn macht gleich zu Anfang seine Einstellung klar: eine mit dem Handy Filmende sieht vor ihrer Linse nur noch Keehns Hand, als er dieses wegdrückt.
 
Hier trifft roher Punk auf Synthie-Sounds, eine Anlehnung an verschiedene Stile aus gleich drei Jahrzehnten: Siebziger, Achtziger und Neunziger finden sich wieder. Die kleine Zeitreise mit der Band macht Spaß, auch wenn der nicht gut abgemischte Sound einen schweren Teppich über den Raum legt. Mit Hall auf der Stimme (der ist allerdings gewollt) zieht Keehn den Auftritt emotionslos durch. Daher wirkt es etwas überraschend, als er Leute aus dem Publikum zu sich auf die Bühne zieht, um für einen Song mit ihnen zu tanzen. Dann schickt er sie aber auch gleich wieder runter – für eine herzliche Umarmung ist an diesem Abend aber auch niemand gekommen.

Sextile

Albeit Living

Release: 14.07.2017

℗ 2017 felte

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