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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Helvetische HipHop-Visionisten

SENS UNIK

Ihren frühen Gehversuchen im Rap-Biz (ihre Debüt-Maxi 1990 trug den Titel "Nouvelle Politique") steht die Crew inzwischen recht selbstkritisch gegenüber: "Als die Sache mit dem europäischen HipHop anfing, waren alle auf diesem Revolutionary-Trip. Liest du die heutigen Texte, stellst du fest, daß sie
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Autor: intro.de

Ihren frühen Gehversuchen im Rap-Biz (ihre Debüt-Maxi 1990 trug den Titel "Nouvelle Politique") steht die Crew inzwischen recht selbstkritisch gegenüber: "Als die Sache mit dem europäischen HipHop anfing, waren alle auf diesem Revolutionary-Trip. Liest du die heutigen Texte, stellst du fest, daß sie immer noch revolutionär sind, nur eben auf intelligentere Weise."
Als eine der ersten europäischen HipHop-Crews implizierten SENS UNIK Live-Instrumente bei Aufnahmen und auf der Bühne: "Es ist egal, ob du mit einem DJ oder einer Band arbeitest, wichtig ist, daß du die Stimmung der Leute einfängst. Wir schenken dem Live-Ding besondere Bedeutung. So haben wir zum Beispiel einen Drummer, der seine Beats in Abstimmung mit den Samples arrangiert. Das Publikum ist wichtig - es muß sich gut mit uns fühlen!"
Ebenfalls typisch SENS UNIK, offenbaren die sechs neuen Songs wiederum eine einzigartige inhaltliche Tiefe und Bandbreite: "Ein Song handelt beispielsweise von allen Stilrichtungen der Musik, dem Universum der Musik - und den jungen Leuten, die versuchen, ihren Teil dazu beizutragen. Und das ist sehr schwierig, weil es im Musikbusiness eine Menge Haifische gibt! Ein anderer Song nennt sich 'Plus Loin': er kommt dem am nächsten, was wir in Zukunft machen möchten. Du spürst diese mystische Grundstimmung und gleichzeitig diesen enormen Raum für die Stimmen. Ich glaube, wir sind heute soweit, das Wesentliche der Musik zu ergründen mit unseren Experimenten!"
Auch "Original", dem Chart- und Playlist-bewährten Kooperationstrack mit den FANTA 4, kommt eine besondere Bedeutung zu: "In dem Text erzählen wir von einem Typen, der diese 'Keep it Real'-Philosophie mit sich rumträgt, die für uns der reine Schwachsinn ist. Es gibt nicht so was wie einen HipHop-Gott, der die Leute danach beurteilen könnte, was echter und eben kein echter HipHop ist. Die Leute auf der Welt hören Musik und können für sich urteilen, ob es gute oder schlechte Musik ist!" Ihre Label- und musikalische Freundschaft mit den FANTA 4 beschreibt Carlos wie folgt: "Wir mögen ihre Philosophie, und da war es ganz natürlich, daß wir zusammen zwei Songs machen. Wir hatten eine ganze Woche lang eine verdammt gute Zeit in Stuttgart, FREUNDESKREIS waren dabei, und es war einfach klasse."
Die enttäuschenden Verkaufszahlen ihrer Vorgänger-LP "Tribulations" scheinen vergessen, zwischenzeitlich baute man das eigene Studio in Lausanne aus und schaut zuversichtlich in die Zukunft des in Eigenregie & -verantwortung geführten "Unik"-Recordlabels: "SILENT MAJORITYs neues Album ist gerade fertig geworden und wird demnächst veröffentlicht. Dann haben wir natürlich DÉBORAH mit ihrem Stuff. Wir haben ein Sublabel gegründet mit dem Namen '5 Star Galaxy', wo Jungle-Music und TripHop rauskommt, [Pause] ... und jetzt haben wir kein Geld mehr!" (lacht).