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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Singularität

Sedlmeir

»Menschen brauchen Rock’n’Roll« ist die These von Sedlmeirs erstem Song auf seinem vierten Album – und das in Zeiten, in denen selbst Noel Gallagher behauptet, Rock sei dead.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Doch in der Dauerpräsenz von allen nur möglichen Behauptungen gleichzeitig kann einen kaum noch eine Aussage schocken. Die Wahrheit steckt im Detail, in einzelnen Alben: Und »Singularität« ist eine sympathische Pop-Platte von Format. Ein europäischer Rock-Beat zieht sich schmissig durch liebevoll stilisierte Songs, die Falco und den »Kriminal Tango« melangieren.

Die Musik selbst ist dabei so cool, dass sie auf einen Bass verzichten kann. Nur textlich vermag Sedlmeir einem nicht den Atem zu rauben, seine Tongue-in-cheek-Lyrik, die zwischen Romantik und Ironie changiert, seine Beobachtungen zum Sommer in Berlin, zu Touristen, Hipstern und Einen-drauf-Machern sind gekonnt, flashen aber nicht über die Maßen. Das hat die Rösinger bereits konziser vollbracht. Sedlmeir mag ein Freigeist sein, steht aber nach zehnjähriger Karriere auf dem Parkett der Pop-Poesie nicht so solitär da, wie die Veröffentlichung suggeriert. Was bleibt, ist verruchtes, charismatisches Entertainment, das sich selbst überschätzt, aber daraus eben auch seine Energie bezieht.

In drei Worten: Ironie / Flashen / Freigeist