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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Universe

Sebastien Tellier

Es wäre sicher nicht verkehrt, den Air-Intimus Tellier als modernen Klavier-Virtuosen zu bezeichnen. Selten wurde dieses Instrument so populär in Szene gesetzt. Spätestens seit seinem Beitrag „Fantino“ auf dem „Lost In Translation“-Score und besonders auch durch die schleichende Rotation der Traumtä
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Es wäre sicher nicht verkehrt, den Air-Intimus Tellier als modernen Klavier-Virtuosen zu bezeichnen. Selten wurde dieses Instrument so populär in Szene gesetzt. Spätestens seit seinem Beitrag „Fantino“ auf dem „Lost In Translation“-Score und besonders auch durch die schleichende Rotation der Traumtänzer-Hymne „La Ritournelle“ ist der Franzose auch in unseren Breiten kein Unbekannter mehr. Dieser Tatsache haben wir es wohl zu verdanken, dass dieses eigentlich für UK-only vorgesehene Release auch bei uns nun ohne Import-Gebühr über den Ladentresen gehen wird. Denn eigentlich handelt es sich bei diesem Album um eine Komprimierung seines bisherigen Schaffens. Alternative Versionen, reduzierte Varianten bestimmen das Bild auf „Universe“ („La Ritournelle“ ist beispielsweise gleich zweimal vertreten). Natürlich kann, will und muss Tellier seine Pariser Herkunft nicht vollständig verleugnen. Das Prinzip Chanson ist allerdings nur noch schemenhaft im nebligen Grau der Referenzhölle erkennbar. Dazwischen gibt es immer mal wieder brillante – instrumentale – Ausflüge ins Versatile. Die Nähe zu Godin/Dunkel, seinem geistigen Brüderpaar, ist dabei durchaus erfreulich, z. B. auf dem großartigen „Le Long De La Rivière Tendre“. Darüber hinaus sind die Filmmusik-Assoziationen auch nicht unberechtigt, denn Tellier hat seine Affinität zu dem Genre unlängst auf dem Soundtrack zum Kultfilm „Narco“ ausschweifend ausgelebt. Und nicht wundern: Natürlich sind davon auch hier einige Kostproben enthalten. Und da die meisten das hierzulande natürlich verpasst haben, lohnt sich der Griff zu „Universe“.