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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Ode To Others«

Scott Matthew

Der Herzschmerz hat mal Pause: Scott Matthew stülpt auf »Ode To Others« die Sensoren nach außen. Zum Glück warten auch vor der Türe große Gefühle für große Songs.

Geschrieben am

Es gibt viele Gründe, Scott Matthew zu lieben. Wegen seiner Bowie’esken Stimme zum Beispiel. Aufgrund seiner ungeheuren Emotionalität. Oder auch für sein breit gefächertes Repertoire an zartbesaiteten Coversongs, das mit »Do You Really Want To Hurt Me«, »Flame Trees« und »The Sidewalks Of New York« jetzt um drei Perlen reicher ist. Er ist einer dieser Künstler, die auf ewig so weitermachen und mit jedem neuen Album ungestraft neue Klone im Dutzend hervorbringen könnten. Tut er aber nicht – jedenfalls nicht mehr. Denn obwohl Niederlagen ihm verdammt gut stehen, unternimmt Matthew auf »Ode To Others« den Versuch, die Finger zumindest zeitweise aus den Wunden zu nehmen und den Blick im nahen und fernen Umfeld schweifen zu lassen.

So sehr das auch nach Abkehr klingen mag: Auseinanderleben wird man sich nicht – dafür klingt Scott Matthew immer noch viel zu sehr nach ihm selbst: Die neuen Songs sind gewohnt zartbesaitet, changieren zwischen vorsichtig beschwingt, bittersüß und todtraurig. Mit seiner unfassbar einnehmenden, sanften Stimmgewalt beleuchtet der chronisch melancholische Australier Orte, Geschehnisse, Verwandte und Freunde, das Ganze verpackt in rührselige Arrangements, die vormachen, wie man eine Musical-Kulisse auf Schlafzimmerformat faltet – und die eine Wärme in sich tragen, die selbst den taubsten Gefühlsklotz auftaut.

Scott Matthew

Ode to Others

Release: 20.04.2018

℗ 2018 Glitterhouse Records