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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Glitzer auf Beton«

Schrottgrenze

»Lieb doch einfach wen du willst« lautet die Kernthese auf dem Quasi-Comeback-Album von Schrottgrenze: Glattgefeilter Gitarrenpop mit ernsthafter Botschaft gegen kleinkarierte Geschlechterdefinitionen.
Geschrieben am
Dass Intoleranz und Aggression momentan in vielen gar nicht mehr so bürgerlichen Ecken schrecklichen Aufwind bekommen, sollte eigentlich jedem Angst machen. Und obwohl Schrottgrenze schon seit 1994 ein bisschen Punk-Meinungsmache in ihrem Bandnamen tragen, ist die Verquickung von gesellschaftskritischen Texten und beinahe schlageresquem Pop vielleicht ein mutiger Alternativweg, um dagegen zu revoltieren. Sänger Alex Tsitsigias textet für die Aufhebung von Geschlechterkonstruktionen und die bedingungslose Toleranz für Schwule, Lesben und die Queer-Community, deren zarte Integration im eindimensionalen Wutbürgertum momentan gleich mit umgetreten wird. »Viel zu lange haben wir mit uns gerungen, viel zu lange hatten wir Angst vor uns selbst«, heißt es treffend im Titeltrack. Als Transportmittel ist der fröhliche Mitsing-Gitarrenpop durchaus mit den Hörgewohnheiten derer kompatibel, die Tsitsigias’ Texte ganz dringend mal zum Nachdenken bringen sollten. Vermutlich werden die aber lieber zu Onkelz oder Frei.Wild grölend die Fäuste recken. Und für die schlaue Indie-Pop-Peergroup ist der gut betextete Glitzer musikalisch dann einfach zu belanglos und abgeschmackt.

Schrottgrenze

Glitzer auf Beton

Release: 20.01.2017

℗ 2017 Tapete Records