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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Top 7: Von Zigarettenreklame bis Meat Loaf

Schräge Fakten zu Fatboy Slims »You’ve Come A Long Way, Baby«

Dieser Tage feierte Fatboy Slims zweites Studioalbum »You’ve Come A Long Way, Baby« sein 20. Jubiläum und wird deshalb in der BMG-Reihe »Art Of The Album« erneut veröffentlicht. Eine gute Gelegenheit für sieben Nerd-Facts über Norman Cooks erfolgreichstes Projekt und dieses denkwürdige Album aus dem Jahr 1998, das uns Hits wie »Right Here, Right Now«, »Praise You« und »The Rockafeller Skank« brachte.

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01 Der Coverstar wurde nie identifiziert
Während das »Nevermind«-Baby Spencer Elden zu jedem Nirvana-Jubiläum nackt in den Pool hüpft, wurde der vergnügte Herr mit dem »I’m #1 so why try harder«-Shirt nie identifiziert. Das Foto war im Release-Jahr 1998 allerdings schon ein paar Jährchen alt: Es wurde 1983 auf dem Fat People’s Festival in Danville, Virginia geschossen und von der Bilddatenbank Rex Features eingekauft. Manch einer dachte übrigens, der Mann sei Fatboy Slim bzw. Norman Cook himself.

02 Der Titel steht für Emanzipation und Tabaksucht
Der Albumtitel »You’ve Come A Long Way, Baby« ist ein bekannter Werbeslogan, mit dem Phillip Morris in den 70ern seine angeblich auf die Wünsche der Frauen ausgerichtete Zigarettenmarke »Virginia Slims« an die Frau bringen wollte. Tatsächlich zeigten die Motive unter dem Slogan emanzipierte (natürlich rauchende) Frauen, neben weiteren Infos wie dieser: »Slimmer than the fat cigarettes men smoke.«

03 Fatboy Slim sollte damals mit Meat Loaf arbeiten
1998 wollte jeder mit Cook arbeiten oder einen Remix von ihm. In einem Interview mit dem US Rolling Stone erzählte Cook, er habe über 100 Angebote ausgeschlagen, darunter »Madonna, Paula Abdul, U2, Aerosmith. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die mich kennen. Vermutlich hält mich ihr Label für cool. Sogar Meat Loaf fragte an: Ich sollte ein Album mit ihm schreiben und es produzieren. Unglaublich, oder?« Äh. Ja.

04 Spike Jonze bewarb sich als Fan-Boy
Von dem berühmten Film- und Clip-Regisseur stammt bekanntlich das Video zur Single »Praise You«. Jonze hätte am liebsten aber schon den Clip zu »Rockafeller Skank« gedreht. Als Cook in L.A. ankam, um genau diesen zu drehen, erwarteten ihn an der Hotelrezeption eine VHS-Kassette und ein Brief von Jonze: »Norman, I like your song a lot and I saw this guy on Hollywood Blvd. dancing to it. So I made you a video. Hope you like it. Spike.« Cook mochte das Video, hätte am liebsten den Dreh am nächsten Tag gekippt – und als das zu teuer geworden wäre, kontaktierte er Jonze eben für den nächsten Clip.

05 Vom Indie-Basser zum Big-Beat-Basser
Bevor sich Norman Cook unter anderem als Fatboy Slim der elektronischen Musik widmete und Big Beat erfand, schrieb er schon einmal britische Musikgeschichte (mit). Wenn auch nicht im Rampenlicht: Er war Bassist von The Housemartins, die von 1983 bis 1998 existierten und uns Evergreens wie »Caravan Of Love« und »Me And The Farmer« bescherten, die noch heute gelegentlich im Radio laufen. Housemartins-Sänger Paul Heaton und Drummer Dave Hemingway gründeten danach The Beautiful South.

06 165 Flüche in zwei Songs
Das Album trägt seinen »Parental Advisory«-Sticker mit Stolz. Insgesamt 165 unschickliche Wörter sind auf der unzensierten Version zu hören. Norman Cook braucht nur zwei Songs, um auf diesen Schnitt zu kommen: In »Fucking In Heaven« sagt DJ-Kollege Freddy Fresh ganze 108 Mal das F-Word. In »Gangster Tripping« geht es etwas gesitteter zu: Hier fällt das Wort »Shit« ganze 57 Mal. Allerdings ließe sich diskutieren, ob auch »Kalifornia« eine Mitschuld trägt, weil hier mit »druggy« eine Drogenreferenz zu hören ist, die alleine schon für den Sticker gereicht hätte.

07 Mit Notizbuch, Disketten und einem Atari ST
In einer Episode der Webserie »Behind The Sound« zeigt Norman Cook sein Home Studio und das Equipment, mit dem er das Album produzierte. Hauptwerkzeuge waren dabei ein Atari-ST-Computer mit installierter Creator-Software, zahlreiche klassische 3,5-Zoll-Floppydisketten mit seinen Sounds, seine eindrucksvolle Plattensammlung – und ein Notizbuch, in dem Cook alle Breakbeats seiner Sammlung katalogisiert hatte. So fand er auch eine Hauptzutat für den »Rockafeller Skank«, den er sich von der »Sliced Tomatoes«-7"-Single der Just Brothers aus seiner Sammlung borgte.

Bmg/Sanctuary (Warner)

You'Ve Come a Long Way Baby(Art of the Album-Editi [Vinyl LP]