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»Scherbenhaufen«: Elefant im Porzellanladen

So war der Tatort gestern

Wir blicken zurück auf den gestrigen Krimiabend: Peter Flore widmet sich montags immer dem neuesten »Tatort«.
Geschrieben am

Unternehmer Otto Imberger ist eine coole Sau. Bestellt noch angeschossen auf der Notarztbahre die nächste Fuhre Rotwein für ein wichtiges Meeting. Muss er sich bei Kiezgröße Karl-Heinz Schwensen abgeschaut haben. Indieboy Bootz (Felix Klare), der einzige Tatortkommissar mit intaktem Familienleben, wiederum mag dem in nichts nachstehen und ermittelt trotz Urlaub und mangelnder Erfahrung quasi aus dem Stehgreif verdeckt als Chauffeur des offenbar bedrohten Porzellanmagnaten.

Eigentlich unverständlich, warum der Stuttgarter Tatort »Scherbenhaufen« mit diesen Voraussetzungen dann doch mehr als öde ist. Das fängt schon bei der hölzernen und altbackenen Inszenierung an, die Fans von »Derrick«, »Verstehen Sie Spaß?« und »Forsthaus Falkenau« locker unter einen Hut bekommt und dabei keinerlei Zugeständnisse an Sekundärtugenden wie Glaubwürdigkeit und Spannung macht. Mal knistert es homoerotisch zwischen Bootz und Superspürnase Lannert (Richy Müller), was wohl eine Art Witz sein soll, dann wieder orakeln sich die Ermittler wie Elefanten im Porzellanladen durch die dramaturgischen Gegebenheiten (»Technische Keramik! Das scheint mir ein lukrativer Geschäftszweig zu sein...«).
[usercomment=http://www.intro.de/forum/plink/3/1075711636/1330931424]Die Musik war kaum auszuhalten. Schön fand ich allerdings das Spiel von dem Altfabrikanten. Der könnt glatt den Drechsler in der Lindenstraße spielen.[/usercomment]
Beim Showdown im Wald kurz vor dreiviertel zehn ist es dann schon längst egal, wer und warum der Mörder ist, weil man in Gedanken längst schon wieder mit der Kehrwoche beschäftigt ist und sich das LKW (Leberkäsweckle) für den Arbeitstag schmiert. Am Ende steht als Belohnung für Bootz statt Südtirol dann zwei drei Wochen Kanaren, all inclusive mit der ganzen Familie. Work/Life-Balance also wieder hergestellt.

Nächsten Sonntag (11.03.) bewerben sich dann die Münsteraner Thiel und Boerne mit »Hinkebein« wieder um den Gaudimax.

Den aktuellen »Tatort« kann man noch bis nächsten Sonntag in der ARD Mediathek anschauen, aus Jugendschutzgründen allerdings nur zwischen 20 und 6 Uhr.

»Will denn niemand was zum gestrigen Tatort schreiben?«:
Im Forum diskutieren Intro-User über vergangene und aktuelle Tatorte.

Alle Texte zum Thema »So war der Tatort gestern« unter
www.intro.de/spezial/sowardertatort.