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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

... Is A Real Boy

Say Anything

Punk ist mittlerweile ganz anders. Er kann sich vor Melodien kaum noch retten, hat keine Berührungsängste zu nichts und niemandem mehr und ist sogar gerne mal auf larger than life angelegt. Oder ist das gar nicht wirklich so, sondern nur in der Imagination eines 21-jährigen Jungen? Der Junge, den ic
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Punk ist mittlerweile ganz anders. Er kann sich vor Melodien kaum noch retten, hat keine Berührungsängste zu nichts und niemandem mehr und ist sogar gerne mal auf larger than life angelegt. Oder ist das gar nicht wirklich so, sondern nur in der Imagination eines 21-jährigen Jungen? Der Junge, den ich meine, heißt Max Bemis und ist Mastermind von Say Anything. Es hat es sich nicht nehmen lassen, seine Biografie für die Presseinfo selbst zu verfassen, und dieser Text ist ein seltsamer Zwitter aus einem sehr realistischen Blickwinkel auf das, was man heute als Rockmusiker noch wollen und erreichen kann, und beneidenswert unbedarfter Naivität. Auf jeden Fall scheint Bemis nett zu sein. Und überaus ambitioniert. Denn “... Is A Real Boy” ist angelegt als eine Art Emopunk-Musical über sein bisheriges und aktuelles Leben, was aber hier gar nicht so auffällt. Zum einen, weil gesprochene Skits fast komplett fehlen, zum anderen, weil in einen normalen Emopunk-Track ja auch so eine Menge Text passt. Bemis nimmt sich hierbei die Freiheit, seine Stücke stark zu variieren, sowohl stilistisch wie auch vokal. Von Hot Water Music über Bright Eyes bis hin zu Hot Hot Heat lassen sich eine Menge Anleihen finden, die zumindest handwerklich gut umgesetzt sind. Unterstützt wurde Bemis nicht nur von seinem alten Kumpel Coby, sondern auch von Leuten von Hot Rod Circuit und Rainer Maria. Wie soll man so was also finden? Schwierig. Auf der einen Seite ist es lobenswert, wenn man die inhaltliche Seite von (Punk-) Rock mittels eines Plots mal zu variieren versucht, auf der anderen weiß ich nicht, ob das Ergebnis dieser Ambition künstlerisch standhalten kann. Na ja. Besser als der ähnlich intendierte Versuch Green Days ist’s sicher. Und immerhin Doppel-CD.