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Silence Yourself

Savages

Die Musik der Savages ist sehr dringlich. Hier verbummeln nicht Anfangzwanziger aus England ihren kurzen Sturm und Drang.
Geschrieben am

Autor: intro.de

Nein, hier treten vier Musikerinnen an, um sich nachhaltig festzusetzen. Der beeindruckenden Soundwelle nach zu urteilen, mit der sie das machen, sollte es Sängerin Camille Berthomier, Gitarristin Gemma Thompson, Bassistin Ayse Hassan und Schlagzeugerin Fay Milton gelingen.

Aufgrund der an Ian Curtis erinnernden Livepräsenz von Berthomier (siehe Intro #212) und der »Love Will Tear Us Apart«’artigkeit des Songs »She Will« wurde die Band in den letzten Monaten viel mit Joy Division verglichen und in die Post-Punk-Schublade gesteckt. Da liegt sie aber falsch. Die Savages teilen mit den Vertretern des Post-Punk zwar die Dunkelheit des Sounds, die Negativität der erzählten Geschichten und die an allem haftende Depression – doch »Silence Yourself« reagiert weniger mit Zusammenbruch und Selbstmitleid auf die einengenden Umstände als vielmehr mit einem Rausch der Gewalt und geht dabei mit einer Genauigkeit vor, die eines Chirurgen gerecht wird. Nicht das falscheste Bild, schließt der Sound doch an die britische Noise- und Metal-Schule der späten 80er-, frühen 90er-Jahre an, als auf Labels wie Earache Bands wie die Medizinstudenten Carcass dem Grunge und Indie jener Tage die Pausbäckchen brutal aufschlitzten. Die Savages machen in diesem Sinne Post-Metal, genauso brutal wie die damaligen Vertreter, aber eben etwas abgehangener, nicht so getrieben von den Umständen, sondern cool und kontrolliert bis in die letzte Sehne der Körper. Es bedarf insofern gar nicht erst der weiteren neun Stücke, um die Zielsetzung »Silence Yourself« zu erreichen. Aber natürlich geht man – einmal angefixt – auf die volle Distanz. Und dann ist man echt bedient.

In drei Worten: Sturm / Pointiert / Post-Metal