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Saul Williams

Saul Williams

„There’s nothing more powerful than an idea whose time has come.“ Die Idee heißt Spoken Word bzw. Slam Poetry als gegenkulturelles Moment, repräsentiert durch Persönlichkeiten wie den New Yorker Musiker, Schauspieler und Agit-Poeten Saul Williams, der 2001 mit seinem Debütalbum „Amethyst Rock Star“
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Autor: Vina Yun

„There’s nothing more powerful than an idea whose time has come.“ Die Idee heißt Spoken Word bzw. Slam Poetry als gegenkulturelles Moment, repräsentiert durch Persönlichkeiten wie den New Yorker Musiker, Schauspieler und Agit-Poeten Saul Williams, der 2001 mit seinem Debütalbum „Amethyst Rock Star“ zum Shooting-Star avancierte. Williams wurde im Umfeld des Brooklyn-Moon- sowie des Nuyorican-Poet-Café sozialisiert und durch Netzwerke wie die der Last Poets nach oben geschleust. Und doch scheint sich Williams’ Verständnis von den Wechselwirkungen von „Black Culture“ im Mainstream von dem seiner Elterngeneration zu unterscheiden: „HipHop ist ein Rolls-Royce mit einem abgefuckten Chauffeur und Fahrgästen, die sich für blöd verkaufen lassen“, kritisieren etwa die Last Poets den Status quo, während Saul Williams zugegebenermaßen auch mal gern zu 50 Cent nickt. Wem das suspekt ist, sollte sich vielleicht Track drei des selbstbetitelten Albums zu Herzen gehen lassen, ein „Telegram“ an das „Projekt HipHop“, in dem Williams lapidar Magic Mushrooms statt „weed supplies“ empfiehlt, „in hopes of helping niggas see beyond their reality“. Für „Telegram“ lieh sich Saul Williams übrigens die massiven Gitarren-Riffs der Bad Brains aus, auch die Kooperationen mit Serj Tankian von System Of A Down und Ex-Rage-Against-The-Machine-Frontmann Zack de la Rocha lassen erahnen, dass Williams wenig Interesse an Kategorien wie „Credibility“ oder „Reinheit“ hat. „Alternativer HipHop“? Dig this: „This ain’t for the underground. This here is for the sun.“ Poetry, das ist „the cool of hiphop, the playful angst of rock and roll, the raw emotional torment of emo and the fuck offness of punk“ – Crossover-Poetry, wenn man so will. Ich warte ja noch auf den Moment, in dem Ursula Rucker zur E-Gitarre greift. Den Eminems dieser Welt gibt Williams noch den Ratschlag mit: „Substitute the anger and oppression / With guilt and depression / And it’s yours.“ Word.