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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Bugger Me«

Sam Coomes

Gesang, Orgel und eine uralte Drum-Machine genügen Ex-Quasi-Mitglied Sam Coomes, um creepy klingenden Pop aufzunehmen, der definitiv nicht für die Massen geeignet ist.
Geschrieben am
Ein sehr angenehmes Angebot für den faulen Rezensenten: Sam Coomes schreibt den Beipackzettel zu seinem neuen Album »Bugger Out« einfach selbst und skizziert darin neben einer selbstironischen Biografie auch gleich seine künstlerische Idee. Man erfährt, dass es in Zeiten, in denen jeder Mensch dank Computern mit ein paar Mausklicks problemlos vollarrangierte Songs erstellen kann, für ihn eine besondere Ambition gewesen sei, Musik auf - produktionstechnisch gesehen - unterstem Niveau zu komponieren. Nur so lassen sich die vom Markt bestimmten Produktionsstandards noch aushebeln. Fuck you, Pro Tools! Die Rhythm Box aus den 1960ern, die Coomes verwendet hat, lässt sich dementsprechend nicht einmal programmieren.  

Bei den ersten Songs des Albums zeigt er spielerisch auf, dass zwischen dem harmonischen Surf-Pop von den Beach Boys und dem repetitiv-zerstörerischen Proto-Punk von Suicide keine Welten liegen. Coomes selbst erkennt in seiner minimalistischen Ästhetik Referenzen zu Timmy Thomas und Chris Montez, deren größte Hits (»Why Can’t We Live Together«, »Let’s Dance«) auf quietschenden Klapper-Keyboards aufgenommen wurden. Man kann diese Einordnung lässig abnicken und merken, dass Coomes bestimmt auch als Pop-Autor seinen Weg gemacht hätte. Auf »Bugger Me« begibt sich der ehemalige Weggefährte von Elliott Smith munter ins Antiquariat des Pop und erschafft kunstvoll verstaubte Horror-Trash-Klangcollagen mit einem schönen Sinn für Humor.

Sam Coomes

Bugger Me

Release: 19.08.2016

℗ 2016 No Quarter under exclusive license to Domino Recording Co Ltd

Sam Coomes »Bugger Me« (Domino / GoodToGo)