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Feat. The Good Life. Rilo Kiley. Mayday. Get In The Van

Saddle Creek

"Get In The Van". So heißt das bewegende Buch von Henry Rollins über seine Zeit bei Black Flag. Ich liebe es vor allem wegen der Passagen, die den zermürbenden Alltag kleiner amerikanischer Bands auf Tournee beschreiben. Nur die Band, ihr schrottiger Van und noch 230 Meilen auf dem vereisten Highway
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"Get In The Van". So heißt das bewegende Buch von Henry Rollins über seine Zeit bei Black Flag. Ich liebe es vor allem wegen der Passagen, die den zermürbenden Alltag kleiner amerikanischer Bands auf Tournee beschreiben. Nur die Band, ihr schrottiger Van und noch 230 Meilen auf dem vereisten Highway. Das Buch zeigt, dass das Leben auf Tour in Wahrheit eine Schein-Existenz zwischen Alkohol, Burn-out-Syndrom und totaler Langeweile ist. Auch wenn der medial verklärte Mythos des Rock'n'Roll den Nichteingeweihten oft Tolleres verspricht. Ein weiterer, von manchen Medien zum Teil bis ins Groteske inszenierter Mythos, um den es hier vor allem gehen soll: Saddle Creek. Das großartige Label von Bright Eyes, The Faint, Cursive und wem nicht noch alles. Das Indie-Label der Stunde, das die meisten seiner Bands vor der eigenen Haustür rekrutiert: Omaha, Nebraska - middle of nowhere. Zusammengenommen ergibt das den Clash der Mythen: zwei sehr lange Tage im Tourbus mit The Good Life, Mayday und Rilo Kiley von Saddle Creek.

Washington D.C., 1. März

Gegen 21 Uhr betrete ich den Backstage-Bereich des Black-Cat-Clubs. In jeder Nische befinden sich Durchgänge zu kleinen unverputzten Räumen, in denen Saddle-Creek-Bands auf ihre bevorstehenden Auftritte warten. Nach der Sondierung der einzelnen Personen und ihrer Funktionen wird deutlich, was eigentlich schon vorher klar war: wie sehr sich bei Saddle Creek Künstlerisches, Geschäftliches und Freundschaftliches vermischt. Der Mythos von der eingeschworenen Community ist Realität.

Mayday, die Band um Ted Stevens (Ex-Lullaby-For-The-Working-Class, Cursive), ist wohl die "erwachsenste" Band auf Saddle Creek. Spärlich instrumentiert und wunderschön oszillieren sie auf Platte und an diesem Abend zwischen Minimal Country, emotionalem Singer/Songwritertum und Bands wie Codeine.

Die nächsten Akteure: The Good Life. Wesentlich verschachtelter, aber nicht minder eindringlich. Ihr Sänger und Gitarrist - Cursive-Mastermind Tim Kasher - ist neben Conor Oberst der zweite große Omaha-Songwriter und dazu noch seit bald zehn Jahren extrem umtriebig. So auch in diesen Tagen: Während Kasher mit der einen Band die USA betourt, wird das neue Album der anderen gerade an die Läden ausgeliefert: Cursives "The Ugly Organ" ist deren bisher beste Platte. Und in textlicher Hinsicht ein seltsames, selbstreferenzielles Album, das sich neben viel Düsterem vor allem mit der Rolle des Texters und der Text-Rezeption der Hörer auseinandersetzt. Kasher: "In 'Butcher The Song' geht es beispielsweise darum, dass alles nur die Meinung des Songwriters widerspiegelt und jeder, der in den Texten angeklagt wird, schweigen muss, ein stummes Opfer dieses Prozesses wird."

"The Ugly Organ" wurde, wie fast alle Saddle-Creek-Veröffentlichungen, im Studio Presto von Mike Mogis produziert, der mit seinem Aufnahmestil ohne Zweifel einen großen Teil zur Saddle Creek'schen Corporate Identity beisteuert, die wiederum den Erfolg des Labels mitträgt. Tim Kasher: "Manche Leute sehen das ja auch kritisch. Weil wir alle in dasselbe Studio gehen, würde die Sache zu homogen klingen. Da könnte schon was Wahres dran sein. Aber wenn das irgendwann so sein sollte, würde sich Mike als Erster dagegenstemmen. Er will bestimmt kein zweites 'Lifted ...' [Bright Eyes] aufnehmen."

Die dritte Band an diesem Abend hat ihr Saddle-Creek-Debüt ebenfalls bei Mike Mogis eingespielt: Rilo Kiley aus Los Angeles. Die Nesthäkchen auf der Tour. Mit Jenny Lewis haben sie als einzige eine Frontfrau, eine äußerst charismatische und selbstbewusste dazu. Wie kam es zu dem Vertrag bei Saddle Creek, die normalerweise nur Nachbarn signen? Lewis: "Wir tourten vor eineinhalb Jahren mit Superchunk und The Good Life. Als wir beim ersten Konzert in San Francisco gerade mit dem Soundcheck begannen, sahen wir diesen riesigen Pulk von Leuten durch die Vordertür der Great American Music Hall kommen. Die checkten uns aus, als wäre gerade der erste Tag in der Junior Highschool. Wir wurden sofort Freunde, und als wir einige Tage zusammen gespielt hatten, fragte Tim, ob wir nicht Lust hätten, ihn und seine Band auf dem langen Weg von Seattle nach Omaha zu begleiten. Das haben wir gemacht. Eine seltsame Aneinanderreihung von Zufällen, und jetzt haben wir dieses verrückte zweite Zuhause in der Mitte der USA."

Dass Rilo Kiley ursprünglich nicht aus dem musikalischen Einzugsgebiet von Omaha stammen, lässt sich ihrer Musik anhören: Während vielen Songs von Conor Oberst, Tim Kasher oder auch The Faint ein vertrackteres und durch jahrelange wechselseitige Beeinflussung eindeutig verwandtes Songwriting-Konzept innewohnt, besinnen sich Rilo Kiley oft auf schlichtere Formen, eingängigere Refrains. Das betont auch ihr Live-Auftritt an diesem Abend, der die Tiefe der Produktion von Mogis zugunsten von mehr Rock abschüttelt.

Nachdem auch diese Show vorbei ist, wird - so will es das erbarmungslose Gesetz des Live-Auftritts - der Van beladen, in dem sich bereits das restliche Bier aus dem Backstage-Bereich türmt. Wir fahren den Highway Richtung Norden, und erst nach einiger Zeit wirft jemand die Frage auf, die ich mir schon seit Stunden stelle: Wo werden wir heute übernachten? Tour-Routinier Ted Stevens gibt den Takt vor: Nördlich von Baltimore, dort seien die Motels billiger. So geschieht es, auch wenn selbiger leidlich nüchtern auf dem kurzen Weg von der Rezeption zu den Betten eine der vier Schlüssel-Karten verlieren wird, was zu einer Überbelegung der restlichen Zimmer führt. Endlich im Bett denke ich unwillkürlich an eigene Konzertreisen von früher: Das Leben hier scheint genauso, nur mit dem Unterschied, dass Zuschauer kommen und die Musik besser ist.

New York City, 2. März

Der nächste Tag beginnt mit dem amerikanischen Alptraum: dünner Kaffee. Wir beladen das Auto und reißen die fünf Stunden in Richtung New York runter, wo die Bands in der Knitting Factory spielen werden. Der wirklich einzige Unterschied zwischen amerikanischem und deutschem Touren ist, dass in den USA bei Rastpausen jeder der zwölf Musiker sein eigenes Restaurant haben kann, in Deutschland müssen alle zu McDonalds. In der Knitting Factory ist alles ein bisschen kleiner, aber auch intensiver. Der Laden ist schon seit Wochen ausverkauft, und der Abend wird zeigen warum: New York ist heiß auf Omaha. Das wird vor allem deutlich, als die Headliner Rilo Kiley auftreten. In den ersten drei Reihen stehen ausnahmslos junge Frauen mit Fotoapparaten, die Jenny Lewis im Blitzlichtgewitter fast erblinden lassen und dann alle Texte mitsingen können. Lewis: "Mir fällt schon auf, dass viele Mädchen und Frauen unsere Konzerte besuchen und sich hinterher bedanken. Sie sagen dann so Sachen wie: 'Du hast mich dazu inspiriert, Bass-Unterricht zu nehmen.'"

Saddle Creek, das wird mir immer bewusster, ist in den USA nicht mehr bloß ein heißer Aufmacher für örtliche Fanzines, sondern ein unaufhaltsamer Zug auf dem Weg ins Herz der breiten Masse. Und als am Abend der aus dem Nichts auftauchende Conor Oberst bei einem Stück von Rilo Kiley zusammen mit Tim Kasher die Bühne betritt, um mitzusingen, verfällt der Saal endgültig in Küblböck'sche Hysterie.

Die Gründe des Erfolgs von Saddle Creek liegen vor allem in der unglaublichen Qualität der Bands. Aber da ist noch etwas anderes: Diese Verschworenheit, diese vermeintlich willkürliche Speisung der einzelnen Bands aus dem scharf abgegrenzten Pool von Saddle-Creek-Charakteren hat nicht nur etwas unglaublich DIY-, sondern eben auch Star-mäßiges an sich. Und wirklich etwas Mystisches: Hier scheinen auserwählte, nur auf sich bezogene Genies zu agieren, die durch ihre introvertierte Art unfreiwillig den ihnen zugeschriebenen Gruppen-Mythos nachhaltig bekräftigen. Und dann gibt es auch noch diesen lokalen Mythos, den manch größenwahnsinniger Journalist schon in eine Reihe mit Seattle stellte. Freilich, ohne zu erkennen, dass dieser Mythos schon bei Seattle jeder logischen Grundlage entbehrte.

Die Verabschiedung nachts vorm Club muss schnell gehen. Die Bands verlassen - wie fast jede Nacht auf Tour - die Stadt, um sich außerhalb ein billiges Motel zu suchen. Ich muss hier bleiben, denn am nächsten Tag geht mein Flugzeug von NY. Zusammen mit Tim Kasher und einer Freundin von ihm fahre ich nach New Jersey in eine Privatwohnung. Im Auto nicke ich kurz ein. Als ich wieder aufwache, erzählt Kasher gerade der Bekannten, er sei seiner Mutter dadurch wieder näher gekommen, dass er einmal pro Woche mit ihr über diese Charaktere sprechen könne, die er immer besser zu kennen glaube. Ich sitze gerührt im Dunkeln des Wagens und freue mich für ihn: Saddle Creek bringt ihn sogar seiner Mutter näher. Ständig redet Kasher dann von einem gewissen "AI" und fragt, ob ich den kenne. Nein, der ist mir auf dieser Reise nicht begegnet. Es dauert Minuten, bis ich kapiere: "AI" ist kein Freund aus Omaha, sondern das Akronym für "American Idol", das amerikanische "Deutschland sucht den Superstar".

Die Saddle Creek'schen Tourbus Top 5
The Police - live
Nirvana - der enervierende Hidden-Track auf "Nevermind"
Rolling Stones - Angie
Pixies - alles
AC/DC - Thunderstruck

Interview mit Jenny Lewis von Rilo Kiley

Wie kam denn überhaupt euer Signing bei Saddle Creek zustande? Ihr seid ja aus Kalifornien, und Saddle Creek neigen ja stark dazu, nur in den eigenen geografischen Gefilden zu fischen. Kanntet ihr die Clique schon länger?

Nein, eben nicht. Wir tourten vor eineinhalb Jahren mit Superchunk. Wir waren die erste Band des Abends und The Good Life die zweite. Und als wir das erste Konzert in San Francisco hatten und gerade mit dem Soundcheck begannen, sahen wir diesen Pulk von Leuten durch die Vordertür der Great American Music Hall kommen. Und die checkten uns aus, schauten so, als wäre gerade der erste Tag in der Junior Highschool und wir die Freshmen. Wir wurden sofort Freunde, und als wir einige Tage zusammen gespielt hatten, fragte Tim [Kasher], ob wir nicht Lust hätten, ihn und seine Band auf dem langen Weg von Seattle nach Omaha zu begleiten. Also fuhren wir zusammen im Van dahin und redeten auf der Reise eben auch darüber, wie es mit unserer nächsten Platte laufen könnte. Wir hatten damals die Idee, sie in Seattle aufzunehmen und nicht, wie das erste Mal, zu Hause. Tim schlug vor, Mike Mogis in seinem Studio zu besuchen, und das haben wir gemacht. Hingen mit den Saddle-Creek-Leuten in Omaha rum und lernten jeden kennen. Eine seltsame Aneinanderreihung von Zufällen, und jetzt haben wir dieses verrückte zweite Zuhause in der Mitte der Vereinigten Staaten.

Was ist denn aus deiner Sicht das Besondere an Saddle Creek?

Ich denke, die Kameradschaft und diese langen Freundschaften bei vielen, die ja zum Teil viel länger dauern als die gemeinsame musikalische Geschichte. Und dann natürlich diese unglaubliche Qualität der Musik. Wenn wir Auftritte mit Cursive, The Good Life, Mayday oder Bright Eyes spielen können, haben wir das Gefühl, uns in einem so unglaublichen Umfeld zu bewegen. Und es herrscht so ein toller Vibe. Jeder unterstützt jeden, jeder spielt auf der Platte von jedem. Sie touren zusammen und so weiter. Das ist schon unglaublich familiär, gerade auf uns Kids wirkt das so. Wir haben keine großen Familien, und einige von uns stehen ihren Eltern nicht sehr nahe. Und so fühlen wir uns ein bisschen so, als hätten wir mit Saddle Creek eben auch so eine Art Geborgenheit gefunden.

Habt ihr den Eindruck gewonnen, dass das eure neue Platte oder die Art, wie ihr als Band agiert, irgendwie beeinflusst?

Also, zunächst einmal den Zugang zu all diesen Musikern in Nebraska zu haben war schon toll. Wir hatten schon immer davon geträumt, French Horn und echte Streicher zu benutzen. Bei unserer ersten Platte mussten wir da in unserem Wohnzimmer noch ziemlich improvisieren. Und in Omaha gibt es eben diese ganzen tollen Musiker. Insofern unterscheidet sich die Produktion des Albums doch sehr stark von der des ersten. Und die Stimmung war eben anders. Wir haben die Platte ja im Winter aufgenommen, und die Platte hat, glaube ich, schon so einen etwas einsamen, eisigen, weiten Einschlag.

Wenn man mal an die so genannten Rrriot-Girl-Bands denkt, die ja auch dezidiert gegen die Dominanz des Männlichen im Rock agiert haben: Bei Saddle Creek spielen - das fällt einem leider immer noch auf, obwohl es ja normal sein sollte - sehr viele Frauen in den einzelnen Bands. Denkst du, dass sich das Verhältnis der Geschlechter innerhalb des US-Undergrounds in den letzten Jahren zum Guten hin verschoben hat?

Generell halte ich das für einen Zustand innerhalb der Künste, dass es tendenziell eher mehr Männer als Frauen gibt, die sich in diesen Feldern verwirklichen. Aber es scheint doch so zu sein, dass sich da etwas bewegt, dass es eben zunehmend nicht nur Frauen gibt, die ihre Instrumente gut spielen können, sondern dass es auch zunehmend unglaublich gute Songwriterinnen gibt. Und ich hoffe, dass unsere Band über diesem Geschlechterding drüber steht. Und das halte ich für das ultimative Ziel eines jeden Künstlers, eben einfach "nur" als Künstler zu gelten. Ich meine, mir wird das nicht bewusst bei einem Konzert, so nach dem Motto: "Hey, ich bin ja eine Frau mit einer Gitarre." Aber ich sehe natürlich, dass da viele Mädchen und Frauen unsere Konzerte besuchen und sich bedanken und teilweise so Sachen sagen wie: "Du hast mich dazu inspiriert, Bass-Unterricht oder Klavierstunden zu nehmen." Und in Omaha sind einfach diese unglaublich guten Musiker: Jiha Lee von Bright Eyes z. B. oder Stefanie [Drootin; The Good Life, Bright Eyes] oder die Frauen von Azure Ray. Ich denke, das ist schon etwas Spezielles, das die bei Saddle Creek haben. Und mich inspiriert das, noch besser zu werden, denn these girls kick ass.

Eure neue Platte "The Execution Of All Things", die jetzt in Deutschland erscheint, ist ja in den USA schon seit Oktober draußen. Wie war die Resonanz bisher?

Es läuft richtig gut. Viel besser, als wir uns erhofft hatten. Wir waren viel auf Tour, und es kamen richtig viele Leute.

Der Titel der Platte mit dem dazugehörigen Stück klingt ja recht martialisch, verglichen zur doch durchgängig sehr emotionalen Musik. Was steckt dahinter?

In gewisser Weise ist damit nicht nur das Auslöschen von negativen Dingen in meinem Leben gemeint, dass man eben Dinge ausschaltet, um etwas Neues aufzubauen und ein besseres Leben zu führen. Gemeint ist damit eben auch dieses amerikanische Ideal, alles abzutrennen und alles zu zerstören. Fleisch zu essen. Überhaupt nicht wahrzunehmen, was in unserem eigenen Land passiert, und eben auch nicht, was woanders vor sich geht. Das verwirrt uns innerhalb der Band alle. Dass niemand vor diesem Prinzip sicher sein kann. Und auch die eigenen Gefühle nicht. Dass die Gefühle exekutiert werden, bis überhaupt kein Empfinden mehr da ist.

Live ist mir aufgefallen, dass ihr unglaublich rockt, wo eure Platte teilweise recht verhalten klingt. Ist euch die Trennung dieser zwei Welten, Aufnehmen und Live-Spielen, wichtig? Oder kann es sein, dass ihr eben auch mal auf Platte lauter werdet?

Also, bei dieser Platte war uns das schon wichtig, aber ich habe keine Ahnung, wie das in Zukunft aussehen könnte. Ich glaube, ich habe immer noch ein wenig Angst vor dem Aufnehmen, weil es doch sehr nervenaufreibend ist, vor einem Mikrofon zu stehen und die Dinge auszudrücken, die man alleine zu Hause im Schlafzimmer geschrieben hat. Ich glaube, mit jedem Mal, das wir wieder im Aufnahmeraum stehen, werden wir ein wenig selbstbewusster, was, glaube ich, zu einem Mehr an Rock führt. Deshalb werden sich hoffentlich irgendwann diese zwei Welten annähern. Aber es ist auch etwas Schönes daran, sich Zeit zu lassen, die Basics zu schreiben, um dann ins Studio zu gehen und auf jemanden wie Mike Mogis zu treffen und ihn zu fragen, was er denkt, was noch fehlen würde. Um dann nach ein paar Tagen eine Steal Guitar, Streicher oder so etwas einzuspielen. Beides hat seine Vorteile.

Interview mit Tim Kasher von Cursive / The Good Life

Was sind deiner Meinung nach die Hauptunterschiede zwischen Saddle Creek und anderen Labels?

Die Stimmung bei Saddle Creek ist für alle immer sehr entspannt, das betrifft nicht nur Leute wie mich, die jetzt schon länger dabei sind. Rilo Kiley, die wir ja erst seit letztem Jahr kennen, bekommen, glaube ich, dieselbe Stimmung zu spüren. Alles ist sehr freundlich, Pro-Band, Pro-Musik. Ich meine, es gibt natürlich eine Menge anderer Labels, die sich davon jetzt gar nicht unterscheiden, aber für mich ist das mit Saddle Creek etwas anderes, weil ich damit aufgewachsen bin. Es fühlt sich für mich eben noch nicht mal wie ein Geschäft an. Ich sehe das immer noch so ein wenig wie vor einigen Jahren, dass da wir Kids sind, die ihr Geld zusammenkratzen und Platten rausbringen. Meine Sichtweise von Saddle Creek ist daher um so vieles anders als die von jemandem, der den Laden erst kennen lernt, sich eine Bright-Eyes-Platte kauft und sich fragt: Worum geht es bloß bei diesem ganzen Saddle-Creek-Ding?

Hast du den Eindruck, dass die Art, wie eure Platen klingen, und das, was drauf ist, anders wären, wenn ihr nicht auf Saddle Creek veröffentlichen würdet?

Ich selbst wäre wohl nicht anders, das hoffe ich zumindest. Aber meine musikalische Entwicklung wäre wohl ganz anders verlaufen, wenn ich auf einem anderen Label wäre, wo es nicht diese musikalische Kameradschaft mit anderen Bands gäbe. Ich wäre dann mehr auf mich allein gestellt.

Was ist die Bedeutung von Mike Mogis' Sound, der ja so ziemlich jede Band auf Saddle Creek aufnimmt?

Wir haben ja wirklich jedes Album bei ihm aufgenommen. Ich glaube, ich nehme jetzt schon bald zehn Jahre bei ihm Platten auf. Die Sachen, die das Studio Presto verlassen, haben schlicht gesagt sehr viel Beständigkeit in sich. Diese Beständigkeit liegt aber nicht nur an Mikes Ideen und seinem Produktionsstil, die Beständigkeit schließt eben auch die Ähnlichkeit in der Art des Songwritings bei den Saddle-Creek-Bands mit ein. Manche Leute sehen das ja auch kritisch. Sie denken, weil wir alle in dasselbe Studio gehen, würde die Sache zu homogen klingen. Keine Ahnung, da könnte schon was Wahres dran sein. Aber wenn das irgendwann so sein sollte, wäre Mike der Erste, der das merken würde. Und er würde sich dagegenstemmen. Er will bestimmt kein zweites "Lifted ..." [Bright Eyes] aufnehmen.

Diese Ähnlichkeiten im Songwriting, die du eben angesprochen hast, inwieweit kann man da von Zufall sprechen, inwieweit von gegenseitiger Beeinflussung?

Das liegt schon daran, das wir alle zusammen gelernt haben, wie man Songs schreibt. Jedes Album, das Ted Stevens, Tod Baechle, Conor Oberst oder wer auch immer geschrieben haben, hat ganz stark mein Songwriting beeinflusst. Insofern fällt alles, was bei uns passiert, wieder auf uns zurück, geht wie im Kreis herum. Ganz ehrlich: Ich bin ein großer Fan von allen Bands bei uns, und eben nicht nur, weil sie halt bei Saddle Creek sind.

Um die Bands aus Omaha wird ja von manchen Medien zur Zeit ein ähnlicher Mythos gesponnen wie um Seattle Anfang der 90er, obwohl ja schon damals die Idee eines lokalen Mythos' nicht haltbar war. Jetzt kann man schon mal solchen Quatsch lesen wie: Conor Oberst sei der neue Kurt Cobain. Wie frustrierend ist diese Doppeldeutigkeit von medialer Aufmerksamkeit, einerseits die Chance zu haben, dass viele Leute die Musik kennen lernen können, andererseits mit diesen Überinterpretationen konfrontiert zu werden?

Das frustriert mich eigentlich nicht so sehr. Dieser Seattle-Vergleich ist ja nicht mehr, als dass jemand eine Stadt, die viele Bands hatte, mit einer anderen Stadt, die viele Bands hat, vergleicht, um somit den einfachsten gleichen Nenner überhaupt hervorzuheben. Abgesehen davon ist der Vergleich aus meiner Sicht ziemlich haltlos. Und du hast Recht damit, das war bei Seattle damals auch schon Quatsch, obwohl die Bands, die diesem lokalen Mythos zugerechnet wurden, natürlich einen unglaublichen musikalischen Einfluss auf das nächste Jahrzehnt hatten. Und auch in dieser Hinsicht muss ich sagen: Dieses Potenzial von so langfristiger Einflussnahme auf die amerikanische Musikszene steht wohl bei Saddle Creek nicht zu befürchten. Ich meine, wir sind ja auch nicht beim Major wie alle Seattle-Bands damals, also ginge das gar nicht, selbst wenn wir wollten. Und dieses Imitieren des vermeintlichen Saddle-Creek-Stils, wenn man das so sagen kann, findet ja auch nicht statt. Ich meine, okay, im Hardrock gibt es Kids, die vielleicht Cursive-Fans sind und diesen Stil dann vielleicht zu einem gewissen Grad verinnerlichen. Bei The Faint ist das anders, da muss man schon sagen, dass es definitiv Bands gibt, die wie The Faint zu klingen versuchen. Aber andererseits passiert das zu Recht: The Faint haben uns alle überrascht. Ich meine, wir sind alle ausgerastet, mal wieder so eine Art von Musik zu hören. Und was Conor anbelangt, ich meine, er steht schlicht in einer langen Folk/Songwriter-Tradition und ist darin eben einfach extrem gut.

Was es ja auch bei Seattle gab: Die Majors kamen an und kauften jede mittelmäßige Rock-Band ein, die auch nur halbwegs aus Seattle kam. Erlebt ihr jetzt Ähnliches im Kleinen?

Ja, das ist schon da. Aber es ist nicht so stark. Ich glaube, die Majors sind an diesem Punkt noch nicht interessiert genug. Ich meine, The Faint gingen da durch, die bekamen echt wahnsinnig lukrative Angebote, die sie alle ablehnten. Aber nein, die Majors sind uns irgendwie noch nicht so auf der Spur, und das ist absolut okay für uns. Das müssen sie von uns aus auch nicht, wir wären ohnehin nicht interessiert.

Eine letzte Frage zum vermeintlichen Mythos Omaha. Wie sah die Situation zu Zeiten eurer Jugend aus? Gab es vor Ort eine gute Infrastruktur zum Musik-Machen?

Matt Maginn [Cursive-Bassist] und ich, wir haben uns damals unsere ersten Gitarren zusammen gekauft. Ich Gitarre, er Bass. Das war für mich so der erste Einstieg ins Musik-Machen. Ich glaube, das gilt für alle bei Saddle Creek: Wir haben alle so mit 12, 14 Jahren mit irgendeinem Instrument angefangen, trafen uns und spielten uns unsere Songs vor. Und es gab so ein paar Orte, wo wir schon früh spielen durften. Es gab da so ein Café, Kilgours, da durften wir einmal die Woche spielen, wobei damals die Gäste wirklich noch ausschließlich unsere Freunde waren. Ich meine, Omaha unterstützt die Musikszene nicht wirklich. Das hat sich in jüngster Zeit allerdings durch den Erfolg von Saddle Creek etwas geändert. Der hat vielen Verantwortlichen im Kultursektor etwas die Augen geöffnet.

Wie ja fast jeder andere Musiker aus dem Saddle-Creek-Umfeld spielst du in mehreren Bands. Deine beiden, Cursive und The Good Life, sind von ihrer Konzeption her ja recht unterschiedlich. Weißt du, wenn du komponierst, sofort, für welche Band das Stück später sein wird?

Das ist bei mir zeitlich sehr stark getrennt, da ich immer abschnittsweise komponiere. Das heißt, ich schreibe einen Schwung Stücke, bei denen vorher klar ist, dass sie für Cursive sein sollen, und dann irgendwann später wieder nur Stücke für The Good Life. Manchmal mache ich das aber auch parallel. Das ist aber eigentlich kein Problem, da ich mich schon zu Beginn des jeweiligen Songwritings auf eine Band eingestellt habe. Für die Songs von The Good Life steht dabei zunächst die Melodie im Vordergrund, die Instrumentierung kommt erst später. Bei Cursive ist das etwas anders, da ist eine gute Instrumentierung wichtig, deshalb stelle ich hier die Ideen früher der Band vor, um darauf aufzubauen.

Gibt es textlich einen unterschiedlichen Ansatz bei den beiden Bands, dass du also unterschiedliche musikalische Plattformen für unterschiedliche Aussagen verwendest?

Also, generell stehen die Texte in erster Linie für Tim Kasher. Daher spielt es jetzt keine Rolle, für welche Band der jeweilige Song sein wird. Ich bin der Autor, und die Musik soll sich dem jeweiligen Text entsprechend gestalten. Ich mache mir daher über diesen Punkt nicht so viele Gedanken, deshalb gibt es da schon viele textliche Ähnlichkeiten.

Die Verwendung all dieser elektronischen Aspekte bei The Good Life, die ja beim ersten Hören etwas überraschen, waren die Teil einer ursprünglichen Konzeption dieser Band, oder hat sich das so mit der Zeit ergeben?

Das war schon ein Wunsch, den ich von Anfang an hatte. Ich wollte schon stark einen Singer/Songwriter-Einschlag bei The Good Life haben, gleichzeitig war mir aber auch wichtig, dass die Entwicklung der Songs eben auch von Loops und solchen Dingen unterstützt wird. Es sollte schon eine Mischung unterschiedlicher Spielarten sein. Allerdings will ich das für das nächste Album nicht mehr so konzeptionell wie bisher umsetzen. Ich will in Zukunft die elektronischen Elemente vielmehr da einsetzen, wo sie Sinn machen. Kann sein, dass sie beim nächsten Mal doch auf dem ganzen Album zu finden sein werden, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht habe ich sie in der Vergangenheit an Stellen gesetzt, wo sie nicht unbedingt nötig waren. Jetzt bin ich viel mehr daran interessiert, sicher zu gehen, dass die Elemente an den entsprechenden Stellen auch Sinn für den Song machen.

Fühlt sich das komisch an, gerade jetzt, in Zeiten eines bevorstehenden Krieges, auf Tour zu sein?

Ich bin immer noch an einem Punkt, wo ich das Problem verdränge, glaube ich. Irgendwie hoffe ich immer noch, dass die Probleme mit dem Irak anders als durch Krieg gelöst werden können, was aber zugegebenermaßen recht unwahrscheinlich geworden ist. Aber ich weiß noch, wie ich mich in den 80ern zu Zeiten des Kalten Krieges gefühlt habe. Da hatte ich teilweise Angst ohne Ende. Als Kind hatte ich ständig Angst, jede Sekunde könnte irgendwo eine Atombombe hochgehen. Ich meine, die Leute reagieren auf solche Dinge recht unterschiedlich, ich kenne viele, die unglaubliche Angst haben. Ich gehöre mittlerweile zu denen, die das Problem eher verdrängen. Ich habe keine Lust, davor Angst zu haben. Aber sobald das losgeht, werde auch ich wieder Angst bekommen.

Ich bin mir nicht sicher, ob ich das wirklich objektiv einschätzen kann, aber in den 90ern gab es ja schon viel politisches Engagement und Subversion in der amerikanischen Underground-Szene. Jetzt habe ich irgendwie den Eindruck, das habe abgenommen. Wie schätzt du das ein?

Ich habe mit vielen Leuten über dieses Phänomen gesprochen, und ich denke, sobald die Probleme wieder richtig akut werden, dass dieses Bewusstsein bei den Akteuren wieder deutlicher zutage tritt. Ich denke, dass wir gerade an dem Punkt angekommen sind, wo sich dieses Bewusstsein wieder einstellt wie in den 90ern. Aber ich sehe das ähnlich wie du, es hat schon etwas abgenommen, obwohl ich mich jetzt mit den derzeit politischen Acts, die es ja durchaus gibt, offen gestanden auch nicht so sehr auseinander setze.

Die Texte der neuen Cursive-Platte ["The Ugly Organ"] spiegeln scheinbar eine Kritik an den Medien wider, die deine Texte eigenwillig interpretieren. Es fallen z. B. Sätze wie "I'll stop speaking for you, if you stop speaking for me", die das suggerieren könnten. Um nicht in dieselbe Kerbe zu schlagen, frage ich einfach nach. Liege ich da so richtig?

Nein, es geht da nicht um Rache oder so. Diese Textzeile speziell ist eigentlich im Zusammenhang mit einer Beziehung gemeint. Immer, wenn ich oder, egal, irgendjemand einen Song schreibt, handelt es sich nur um ein Statement von einer Seite. Hier geht es eher darum, dass alles eben nur die Meinung des Songwriters widerspiegelt und jeder, der in den Texten angeklagt wird, schweigen muss, ein stummes Opfer dieses Prozesses wird.

Aber ist das generell ein Thema für dich, dieses Prinzip, dass du dafür ja wiederum als Songwriter dadurch im Nachteil bist, in eine undefinierbare Menge von Leuten hineinzusprechen, und keinerlei Macht mehr darüber hast, wer sich mit den Sachen wie auseinander setzt und deine Worte interpretiert?

Nein, damit beschäftige ich mich eigentlich nicht. Gerade die von dir zitierte Zeile muss speziell im Zusammenhang mit der Geschichte hinter dem ganzen Song ["Butcher The Song"] gesehen werden. Es geht hier um ein Pärchen, das über den Song streitet. Die weibliche Stimme interpretiert den Song falsch, auf eine negative Art und Weise. Und der Songwriter antwortet durch ebenjene Zeile, dass er mit dem Singen aufhört, wenn sie mit ihren falschen Interpretationen aufhört. In gewisser Hinsicht ist das autobiografisch deutbar. Immer, wenn man Persönliches in seinen Texten verarbeitet, läuft man Gefahr, dass viele Leute da Teile von sich wieder zu erkennen glauben. Sie fangen dann womöglich an zu interpretieren, was ich da geschrieben habe, schalten sich selbst praktisch in den Song ein und fühlen sich unter Umständen dadurch gut. Obwohl sie sich bei Cursive dann generell nicht sehr gut dabei fühlen dürften, weil es normalerweise nicht um sehr Positives geht. Aber generell halte ich nichts davon, Leute durch einen Song fertig zu machen, eben weil es ja eine einseitige Debatte ist.

Der Titel "The Ugly Organ" bietet ja durchaus diverse Ebenen der Interpretation an, es scheint ja um Organe zu gehen. Was man hört, ist diese seltsame, bedrohlich klingende Zirkusorgel [engl. ebenfalls "Organ"]. Wie ist das gemeint?

Die Orgel haben wir schon auch aus dem Grund hineingenommen, um dieses Thema aufrechtzuerhalten. Die Platte handelt aber von dem abstrakten Organ, aus dem man sein Durchhaltevermögen, seine Kreativität und so weiter bezieht. Oder eben das Organ, das man braucht, um irgendwas zu produzieren, auch wenn es nicht kreativ ist. Ein starker Bezug besteht auch zum Geschlechtsorgan als Chiffre für sexuelle Frustration, Paranoia etc. Aber gleichzeitig sind die Bezüge mit Absicht sehr vage ausgestaltet, lediglich angedeutet, sodass der Hörer für sich selbst definieren muss, was sein Konzept von "Organ" jetzt ist und was seine eigenen Schwierigkeiten damit sind, was auch immer daraus zu ziehen ist.

Kommen wir indirekt noch mal zu dem Seattle-Vergleich von vorhin. Mit der Musik, wie Cursive sie machen, wird ja oft der Begriff Emo verknüpft. Hat das etwas Frustrierendes an sich? Ihr habt ja eine Cellistin und brecht so mit dem klassischen Rockformations-Stigma. Eigentlich müsste das den Leuten ja Probleme bereiten, euch in diesen Topf zu werfen, sie tun es aber dennoch.

Also, vor einigen Jahren, als das anfing, war ich deshalb nicht frustriert. Ich habe damals immer darauf geantwortet, indem ich deutlich gemacht habe, dass Emo ja für emotionale Musik steht, also gleichzeitig auch für Drama, was ja schon immer da war und immer da sein wird. Und ich wusste ja, dass wir Projekten wie diesem auch noch nachgehen würden, nachdem der Begriff Emo schon tot wäre. Ein paar Jahre später wurde uns dieses Schlagwort aber immer noch angeheftet. Und da fing ich dann doch an, mich darüber aufzuregen. Ich dachte: Wann hört der Scheiß endlich auf, warum brauchen wir alle paar Jahre einen neuen Begriff für Indie-Rock? Und in diesen Jahren hat Emo eben einen so negativen Beigeschmack bekommen, weil es ja auch so umfassend auf alles Mögliche angewendet wird. Bright Eyes werden ja teilweise auch Emo genannt, und hey, das ist nur Folk. Und Folk war ja schon immer da und hieß nicht anders. Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo mir voll bewusst wird, was Emo vor allem im Sinne eines Major-Formats meint. Und mir fällt auf, dass das Wort jetzt vor allem benutzt wird, weil die Leute zu faul sind, die Musik, über die sie reden, näher zu bestimmen. Also ist mir das jetzt irgendwie alles egal geworden. Solange das nicht ständig in Überschriften über Cursive auftaucht wie z. B., ähm: "Emo-Band does good" oder so [lacht]. Für mich ist das nur dieses blöde Kürzel, das vollkommen irrelevant ist für das, was wir tun.

Und wie war der Ansatz jetzt bei der neuen Cursive, gab es da einen Masterplan, was die Platte sein sollte und was sie auf keinen Fall sein sollte?

Ja, ich wollte natürlich, ganz blöd gesagt, in erster Linie eine sehr gute Platte machen, bei der versucht wird, alles so perfekt wie möglich hinzukriegen. Und es sollte vor allem auf gar keinen Fall eine zweite "Domestica" werden, nur weil da dieselben Musiker über dasselbe Medium, Cursive, agieren. Andererseits würde ich uns aber nicht gerne in eine andere Band verwandelt sehen. Cursive ist für uns eine Signatur für das, was wir tun wollen. Die Signatur einer Bewegung, eines Gefühls, egal, ob es sich um Angst, Wut oder Aggression handelt. Es gibt da schon etwas Distinktives bei Cursive, auf das wir auf gar keinen Fall verzichten wollen.