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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

»Prisoner«

Ryan Adams

Ryan Adams ist chronisch im Midtempo gefangen, bietet minimale Variationen des ewigen Herzschmerz-Themas und hat auch musikalisch wenig Spektakuläres anzubieten. Und doch geht sein neues Album wieder okay.
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Der Geist der Evolution ist es sicher nicht, der Ryan Adams seit Jahrzehnten antreibt. Ebenso wenig der Wille, seine mittlerweile zum Heartland-Rock mutierte Musik als Vehikel für vielschichtiges Storytelling zu nutzen. Er ist stets der Leidende geblieben, der maximal ichfixiert die Irrungen und Wirrungen seines unglücklichen Liebeslebens herausstellt. Die Scheidung von der Schauspielerin Mandy Moore tat diesmal ihr Übriges, um ihn wieder Songs schreiben zu lassen. »I was reflecting on the different states of desire and what it means to be a prisoner of your own desire«, sagt er zum Hintergrund der Platte. Wenn auch maximal erwartbar, kann Adams das hohe Songwriting-Niveau seiner selbstbetitelten Rehabilitations-Platte aus dem Jahre 2014 zum großen Teil halten. Wenn er Zeilen wie »I’m just a prisoner of your love« mit seiner zuweilen an Bono Vox erinnernden Stimme schmachtet, dann ist das genauso selbstmitleidig wie maximal verführerisch. Adams ist der Chef-Melancholiker mit ebenso einfachen wie effektiven Melodien geblieben. Besonders schön gelingt ihm das in »Tightrope«, einem seiner vielleicht schönsten Songs, der durch eine wilde Trompete für den einzigen musikalischen Überraschungsmoment auf diesem Album sorgt.

Ryan Adams

Prisoner

Release: 17.02.2017

℗ 2017 PaxAmericana Recording Company, under exclusive license to Blue Note Records