×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

In Hamburg: Geheimtipp mit Gitarre

Ron Sexsmith live

Der "ewige Geheimtipp". Elvis Costello, Radiohead oder Paul McCartney verehren ihn, viele halten ihn für einen der talentiertesten zeitgenössischen Songwriter.
Geschrieben am
Er gilt seit Jahren als "ewiger Geheimtipp". Von den ganz Großen wie Elvis Costello, Radiohead oder Paul McCartney verehrt, von vielen für einen der talentiertesten zeitgenössischen Songwriter gehalten, tingelt er weiter durch kleinere Hallen wie das Knust in Hamburg. Die Color Line Arena muss noch warten, und das ist auch gut so, denn Sexsmith ist einer, der die enge Tuchfühlung zu seinem Publikum braucht.

24.11.08 Hamburg, Knust


Das jüngste Album "Exit Strategy For The Soul" prunkt mit Bläsern, aufwändigen Arrangements und "großem" Sound, auf seiner Tour wird der kanadische Singer/Songwriter nur von Bass und einem zweiten Gitarristen begleitet. Das Trio entfachte eine melancholische Lagerfeuer-Atmosphäre. Dazu passte auch die wunderbare Gastband Madison Violet. Das kanadische Damen-Duo, bestehend aus Brenley MacEachern und Lisa MacIsaac, entzückte mit wunderbaren Satzgesängen und hervorragendem, akustisch begleitetem Songmaterial. Mutig, so eine souveräne Vorband mitzunehmen. Da lag die Latte hoch.

Als dann Herr Sexsmith nach kurzer Umbaupause die Bühne betrat, hatte er seine treue Pilgerschar aber natürlich von der ersten Minute an hinter sich. Spielfreudig und aufgeräumt spielte er sich durch ein Set, das zu etwa 50 Prozent aus Titeln des letzten Albums zusammensetzte. Doch die "Exit Strategy"-Songs funktionierten in der abgespeckten, meist balladesken Live-Form weniger gut, Hits wie "One Last Round", "Brighter Still" oder "The Impossible World"  kamen irgendwie nicht auf den Punkt, und der Meister persönlich wirkte beim neuen Material zuweilen unkonzentriert und schwächelte - auch stimmlich.

Video: Ron Sexsmith - "Whatever It Takes"



Nicht wenige sehen in "Exit Strategy For The Soul" das bisher beste Album Sexsmiths, und so war es um so überraschender, dass das Material auf der Bühne nicht richtig zündete. Doch Sexsmith hat ja noch andere großartige Songs in der Hinterhand. So vergoldete die Werkschau der vorherigen Platten den Abend musikalisch. Lange nicht gehörte Perlen wie "Seem To Recall", "Just My Heart Talking" oder "Strawberry Blonde" gelangen ihm zum Niederknien schön. "Secret Heart", das man auch von der wunderbaren ersten Feist-Platte kennt, war einer der ganz großen Höhepunkte des Abends. In solchen Momenten konnte niemand sich dem Charme des alten Bühnenhasen Sexsmith entziehen. Der dankte mit diversen Zugaben und verschwand dann, schüchtern winkend.