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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Personare

Roman Fischer

Du blickst in die Augen der schwarzen Raubkatze. Sie betört durch ihren sanften Blick und ihre samtweiche Stimme. Du wähnst dich in Sicherheit. Da schärft das Tier seine Krallen. Dann setzt es zum Sprung an und jagt dich erbarmungslos. Du kannst nicht entkommen, es hat dich in seinen Bann gezogen, u
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Du blickst in die Augen der schwarzen Raubkatze. Sie betört durch ihren sanften Blick und ihre samtweiche Stimme. Du wähnst dich in Sicherheit. Da schärft das Tier seine Krallen. Dann setzt es zum Sprung an und jagt dich erbarmungslos. Du kannst nicht entkommen, es hat dich in seinen Bann gezogen, und du verlierst die Kontrolle. Das und nichts Geringeres ist es, worauf man sich bei „Personare“ einlässt. Roman Fischers Musik trifft besonders dort unerwartet und heftig, wo die Vernunft nichts zu melden hat („I Can Use U“). Roman Fischer ist all dieser Gefühlswallung zum Trotz erwachsen geworden. Man hört es vor allem an seiner dunklen, klaren Stimme. Sehnsucht und Sinnlichkeit legt er in die Musik wie Wut, Angst und Hilflosigkeit. Meistens packend, manchmal gar überladen, wechselt „Personare“ mit unvermuteten Brüchen zwischen zerbrechlicher Schönheit und wilder Energie. In gleichem Maße treibende und getriebene Klavierriffs führen aggressiv das fort, was Keane vorsichtig angefangen haben („Evil Keys“), dann gibt es klassisch anmutende Passagen, die an Maxi Hecker denken lassen („We See“). Das Spektrum der möglichen Referenzen reicht von a-ha bis Interpol. Immer diese Raubkatzen halt. Die sollte man mal was fragen. Zum Beispiel das hier:

Erzähl doch mal, wie lief die Arbeit an „Personare“ für dich?


Chaotisch, anstrengend. Das Beste beim Musikschreiben ist immer noch, Sachen kommen zu lassen. Ich glaube, dass die Dinge im Unterbewusstsein meist schon fertig formuliert sind und man eigentlich dann nicht mehr viel machen muss.

Und was soll der Titel? Ist das eine Anspielung?


Ja. Geht zurück auf den Film „Persona“ von Ingmar Bergman. Persona ist eine Art Hülle, mit der sich ein Mensch umgibt. „Personare“ hat Persona in sich und bedeutet gleichzeitig hindurchklingen. Hat einfach gepasst.

Wie erlebst du deine Live-Umsetzungen? Ist ja immer sehr viel, was du da von dir preisgibst.


Ich habe früher oft Angst auf der Bühne gehabt. Jetzt habe ich gemerkt: Das ist alles so einfach. Meine Notiz an mich: nicht immer an so viel denken.