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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

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ROBERT BABICZ

Gestern gab's den ersten Nachtfrost, und wenn man an die Fenster hauchte, konnte man den Atem gefrieren sehen. Ein milchig grauer Schleier, der dann über der Stadt da draußen liegt, die nicht aufhört, sich weiterzubewegen und das Rauschen des Verkehrs ins Zimmer zu schicken. Bei soviel Nebengeräusch
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Autor: intro.de

Gestern gab's den ersten Nachtfrost, und wenn man an die Fenster hauchte, konnte man den Atem gefrieren sehen. Ein milchig grauer Schleier, der dann über der Stadt da draußen liegt, die nicht aufhört, sich weiterzubewegen und das Rauschen des Verkehrs ins Zimmer zu schicken. Bei soviel Nebengeräuschen muß man ROBERT BABICZ (a.k.a. ROB ACID) laut hören, ohrenbetäubend laut, auch wenn es sich um ganz leise Geräusche handelt. Die eigentlich ein wenig denen da draußen ähneln: viel Hall, viel Schlieren und natürlich auch hier vor allem Rauschen, durch das sich von Zeit zu Zeit ein zerbröseltes Restgeräusch nach vorne kämpft. Einige der Titel geben einem - was die Bildhaftigkeit angeht - wenigstens was an die Hand, wie etwa das aufgeregt durcheinander schnattern-knacksende "Schwarm", die Schwebungen über dumpfen Glockenklängen bei "Dom" oder die kaum hörbaren Basswellen und das leise Knistern bei "Ausblick". Als große Ausnahme tummeln sich bei "Bar" dann fast schon klassische elektronische Geräusche und so was wie ein verschwommener Beat.
Experimentalelektronik, die bei minus fünf Grad zu flirren anfängt: "Formung", noch so ein Stück, das man wirklich laut hören muß, um die sehr feinen, graduellen Verschiebungen unter der Oberfläche wahrzunehmen. Dann allerdings ist es ein Erlebnis.