×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

United Allstars

Rival Schools

Ankunft In New York City. Freitagabend, The Time Hotel. Ich schalte den Fernseher ein. VH1. Das VIVA ZWEI der 40jährigen. In der Sendung "news special" läuft tatsächlich ein Grunge-Special: Ziegenbärte, lange Haare, Muscleshirts, nackte Oberkörper und die passende Musik dazu. Chris, ein amerikanisch
Geschrieben am

Ankunft In New York City. Freitagabend, The Time Hotel. Ich schalte den Fernseher ein. VH1. Das VIVA ZWEI der 40jährigen. In der Sendung "news special" läuft tatsächlich ein Grunge-Special: Ziegenbärte, lange Haare, Muscleshirts, nackte Oberkörper und die passende Musik dazu. Chris, ein amerikanischer Freund, tritt ein und weiß meine Verwunderung richtig einzuschätzen. Er lacht und begrüßt mich mit den Worten: "Welcome to America, the land of Rock." Im Fernsehen spricht jetzt Dave Grohl. "Nicht Nirvana haben sich dem Mainstream genähert, sondern der Mainstream näherte sich Nirvana." Wow! Kaum angekommen und schon mittendrin. In allem! Lass uns zu einem Rockkonzert gehen.

Raus Aus Dem Keller - Zeit Für Einen Rückblick

Walter Schreifels, dessen nun seit zwei Jahren bestehende Band Rival Schools am folgenden Tag im Bowery Ballroom spielt und die der Anlass meiner Reise nach New York ist, war nicht ganz unbeteiligt an der Entwicklung, die der einstige Nirvana-Drummer hier so treffend beschrieb.

Noch bevor die Wollmützen über die Stadt herfielen, war er zunächst als Musiker und Produzent mit Bands wie Gorilla Biscuits und Youth Of Today einer der Protagonisten der New Yorker Hardcore- und Straight-Edge-Szene, um später dann, gelangweilt von den Beschränkungen des Hardcore-Sounds, mit Quicksand als Erfinder des Post-Hardcore unsterblich zu werden. Bei der Liste der Bands, in denen seine neuen Mitspieler beteiligt waren, stößt man dann auf die noch fehlenden prägenden Chucks/Jeans/T-Shirt-Combos, die dem New York Hardcore sein geiles Gepräge verliehen: CIV, Die 116, Iceburn, Shelter, Glassjaw, Burn.

Zwischen Fototerminen und Abendbrot nimmt sich Gitarrist und Sänger Walter die Zeit für ein kurzes Interview, die Möglichkeit, ihn unter anderem zu seiner Einschätzung der good old days zu befragen.

Ich empfand diese Veränderung als etwas eher Positives, denn die beschissene Musik, die zuvor von den Massen gehört wurde, war nicht besonders Horizont-erweiternd. Die Musikszene im Underground war hingegen natürlich gewachsen und wirklich erstaunlich und inspirierend. Okay, das mag sich jetzt vielleicht alles etwas abgedroschen anhören, aber hey, Sonic Youth waren auf einmal in den Billboard Charts, und Leute, die diese Musik freiwillig nie gehört hätten, waren dieser Musik und deren Inhalten auf einmal ausgesetzt und mussten sich damit auseinandersetzen. Das fand ich großartig und kreativitätsfördernd. Ich war nie ein Vertreter dieser Einzäunungs-Abschottungstaktik, nichts rein- und nichts rauszulassen.

Es scheint, dass viele von deiner Musik, vor allem der von Quicksand, inspirierte Bands zu größerem Erfolg gelangten als du selbst mit deinen Projekten. Diese waren zwar in Insiderkreisen sehr geschätzt, überschritten aber nie ein bestimmtes Erfolgslevel. Ihr seid zum Beispiel nie in die MTV-Rotation gekommen. Hat dich das geärgert, oder war es sogar der Grund für die Auflösung von Quicksand?

Es gab tatsächlich einige Bands, die uns als Inspirationsquelle nannten und dies auch heute noch tun. Das Geld, das die Bands mit ihrem Erfolg gemacht haben, hätte ich zeitweise ganz gut gebrauchen können, aber ansonsten ist mir das egal. Ich find' es grundsätzlich natürlich immer cool, wenn möglichst viele Leute mit meiner Musik konfrontiert werden, aber ich wollte nie ein Popstar sein. Ich finde es gut, so wie es ist, kann inzwischen ganz gut von der Musik leben, und es ist genau die Musik, die ich machen will. Für die Auflösung der Band gab es viele Gründe. Zum einen gab es Probleme im Umfeld der Band. Wir rauften uns zwar noch mal zusammen und begleiteten die Deftones auf einer Tour, doch danach war es endgültig aus. Letztendlich hatte ich einfach keine guten Ideen mehr für die Musik, die wir damals machten, und ich wollte lieber gar nichts machen als eine mittelmäßige Platte. Und ich wollte mir die Zeit nehmen, mir über die Musik, die ich in Zukunft machen wollte, klar zu werden. Quicksand sollten in dieser liebgewonnenen kleinen Kiste bleiben, so dass nur gute Erinnerungen bleiben und der Name nicht ruiniert wird.

Nach dem großen Erfolg von Nirvana interessierten sich auf einmal Majorplattenfirmen für Undergroundmusik und nahmen unter anderem dich unter Vertrag. Hast du diesen Pakt jemals bereut?

Manchmal kommt es schon vor, dass ich meine Freunde, die bei Independentlabels sind, beneide. Vor allem, wenn ich sehe, dass sie die Freiheit genießen, zwei bis drei Platten im Jahr zu veröffentlichen, während bei mir ein viel größerer Aufwand dahintersteckt und ich höchstens alle zwei Jahre eine Platte machen kann. Eigentlich mag ich es zwar lieber, schnell voranzukommen und viel zu veröffentlichen, aber so kann ich es professionell machen und muss keine anderen Jobs annehmen. Kleinere Labels tendieren auch dazu, bei anderen Sachen abzukacken, und du kannst oft froh sein, wenn du irgendwann überhaupt Geld bekommst. Außerdem hab' ich diesen Vertrag abgeschlossen, als ich 21 Jahre alt war und bin an meine Firma gebunden, bis ich rausgeworfen werde oder sterbe. Das ist nun mal der Weg, den ich eingeschlagen habe.

Live At The Pseudo Club - Brustschwimmen im Liepnitzsee

Der Preis für eine Fahrt mit der U-Bahn zum Pseudo Club, Houston Street Ecke Broadway beträgt 1.50$. Es gibt Grund zum Feiern. Chris Newmyers Label Selfstarterfoundation, das auch die ersten Aufnahmen der Redaktionslieblinge Les Savy Fav veröffentlichte, stellt die neue Platte von The Detachment Kit vor. Das Indierocklabel betreibt er nebenbei. Den Job bei DCN, einer Firma, die Konzerte live ins World Wide Web überträgt, hat er gerade aufgegeben, um in der polnischen Neighbourhood Brooklyns einen neuen Konzertschuppen zu eröffnen. Damit leistet er Pionierarbeit, denn bisher spielten Bands fast ausschließlich in Manhatten.

Eine wahrscheinlich weise Entscheidung, das mit dem neuen Laden, denn die U-Bahn fährt die ganze Nacht. Und aufgrund der billigeren Mieten in Little Poland kostet das Bier nur 3$ statt 5$. Außerdem wohnen die meisten sowieso schon in Brooklyn. Dennoch ist die Freude bei den Bewohnern des sympathischen Viertels nicht grenzenlos. Sie befürchten, dies sei der Beginn eines Prozesses, den man in New York nur zu gut kennt: Die Jungen, Kreativen und Hipster ziehen in ein billiges Stadtgebiet. Galerien, Cafés und Läden folgen. Auf diese kulturelle Aufwertung wissen die Spekulanten und Vermieter mit einer Anhebung der Mietpreise zu antworten, denn auch die Besserverdienenden wollen nun in das attraktive Viertel ziehen, und sie sind bereit, dafür teure Mieten zu bezahlen. Lower Eastside, East Village, Greenwich Village, Chelsea - die Stadtteile Manhattans lesen sich wie ein Who's who dieser sogenannten Gentrification.

Chris ist wahrscheinlich ein Bilderbuch-New-Yorker, zumindest in meinem Bilderbuch. Er lebt in einer aufregenden Stadt - zu etwas anderem als arbeiten bleibt ihm allerdings nur wenig Zeit. Als er vor zwei Jahren in Berlin zu Besuch war und wir gemeinsam unsere Bahnen im Lieblingsbadesee Honeckers im Herzen Brandenburgs zogen und anschließend Eis essen gingen, verriet er mir, dass er sich ein derartiges Freizeitprogramm höchstens einmal im Jahr gönnen kann. New York scheint seine Kinder fest im Griff zu haben.

Mit einem wackeligen Aufzug geht es in den 6. Stock. Der Eintritt ist frei, wie es der Legende nach auch mal bei Record-Release-Partys in Deutschland üblich war. Der Blick in die Konzertspalten des Stadtmagazins verrät vielleicht warum: Bei zehn Indierock-Konzerten pro Wochentag muss man triftige Gründe für den Besuch einer noch nicht etablierten Band liefern. Die spartanische innere Erscheinung des Clubs könnte auch zu einer improvisierten Bar aus Berlin gehören. Die Unterschiede: Erstens beträgt der Bierpreis in Berlin nur ein Drittel des New Yorker, und zweitens läuft hier vor, während und nach dem Konzert Indierock - das gibt es in Berlin nicht.

Martin Frese, der jetzt bei Kitty-Yo arbeitet, erklärte in einem Interview, dass er sich beim Umzug von Krefeld nach Berlin erhofft habe, täglich aus einer Menge von Kneipen auswählen zu können, in denen Musik mit verzerrten Gitarren aus den Boxen schalle. In New York wäre er nicht enttäuscht worden. Scheiß Paradigmenwechsel! Als ich mich dann bei den Einheimischen über den hiesigen Stand des Hypes um die Strokes schlau machen will, muss ich erstaunt feststellen, dass die meisten weder die Strokes überhaupt jemals gehört noch von ihnen gehört haben. Hmmm. Unglaublich. Den Lauf der Uhren im Big Apple verstehe ich nicht so ganz. Als ich die wenigen, die mit der Strokes'schen Musik vertraut sind, über die Situation in Deutschland mit den gewonnenen Jahrespolls in den relevanten Magazinen informiere, fallen sie fast von den Bäumen. "Waas!? Diese bescheuerten Velvet-Underground-Nachmacher!?"

Was soll's. The Detachment Kit betreten den Raum. Ich erinnere mich an Kollege Venkers Beschreibung des Les-Savy-Fav-Konzerts im letzten Heft. Auch dieser Sänger scheint zu leiden und windet sich erst energetisch auf den Brettern, die die Bühne darstellen, und später im Publikum. Mikrofonständer fallen einfach um. Statt eine Kerze anzuzünden und dem Nachbarn entzückt zuzuflüstern: "Das gibt es ja heute fast gar nicht mehr", beobachten die Konzertgäste erst interessiert das Geschehen und klatschen dann zaghaft honorierend. Irgendwann widmen sie sich nur noch den Gesprächen. Sie sagen dann: "Wie geht es dir?" Oder auch: "Es ist schön, dich kennenzulernen!" Und das, während The Detachment Kit leiden. Sie ahnen es bereits, ihr Stil hat einiges zu tun mit:

Emocore

Auch bei Rival Schools lassen sich deutliche Spuren dieses Stils, den Toco-Tomte-Thees neulich in diesem Magazin so weise als "Morrissey-Metal" bezeichnete, erkennen. Nicht zuletzt in Zeilen wie "You cross the other way / and hope I didn't see you / I start calling out your name / cause I want to meet you again" ("Undercovers On") tritt er offen zutage, der Whimp-Hardcore.

Ist "Emocore" ein Schimpfwort für euch? Oder fühlt ihr euch wohl in dieser Schublade?

Nun ja, Emocore ist in letzter Zeit zu einem gewichtigen Schlagwort emporgestiegen. Selbstverständlich fühlen wir uns nicht als Teil einer bestimmten Kategorie und behaupten wie alle anderen wahrscheinlich auch, einzigartig zu sein, doch ich kann auch nachvollziehen, warum wir so bezeichnet werden, und finde das okay. Ich bin jedenfalls lieber "Emocore" als "Rapmetal".

Individualität ist ja nicht erst seit gestern ein weit verbreitetes Lebensmotto. Gibt es denn überhaupt Leute, die sich in einer Kategorie zu Hause fühlen und keine andere Musik hören? Ich denke da auch an Straight Edge.

Keiner, den ich kenne, würde das von sich behaupten, aber ich weiß, es gibt sie irgendwo da draußen. Vielleicht gerade als Antwort auf diese Hyperpluralität und die ganzen beschissenen Möglichkeiten flüchten sich die Leute in Nischen, in denen sie sich geborgen fühlen können. Ich glaube aber, dass die meisten die Musik hören, ohne sich irgendeiner Bewegung zugehörig zu fühlen. Die Straight-Edge-Bewegung gibt es tatsächlich immer noch, und ich bin mir fast sicher, es wird sie immer geben. Für die Kombination des Verzichts auf Alkohol und Drogen und der Leidenschaft für Rock werden sich wohl immer Anhänger finden. Sie werden allerdings nie die Weltherrschaft übernehmen, denn die meisten Kids wollen aufs Trinken nicht verzichten, vor allem, solange es verboten ist.

In den USA schon erschienen und auch in Deutschland schon als Import erhältlich, sorgte "United By Fate", der erste Longplayer Rival Schools', mit seinem bezaubernden Cover und der überzeugenden Musik bereits 2001 für Furore in den Internetforen und (Post-) Hardcore-Fanzines dieser Welt. Der Titel des Albums wurde programmatisch umgesetzt, denn die letzten zehn Jahre des amerikanischen Alternative Rock scheinen reibungslos vereint. Das Schicksal, das diese Allstars-Truppe zusammenführte, meinte es hörbar gut mit ihnen. All diese "déjà-écoutés", sie beißen sich nicht. Sie liegen sich in den Armen.

"Seit ich die letzte Platte mit Quicksand rausbrachte, ist viel Zeit verstrichen, und alle Einflüsse, die sich dabei angesammelt haben, wollte ich auf der Platte reflektieren. Das, was ich in dieser Zeit erlebt habe, und auch das, was musikalisch passiert ist, wollte ich in die Gegenwart übertragen und auf 'United By Fate' festhalten. Zunächst fühlte ich mich schwach und uninspiriert. Ich war es leid, immer die treibende kreative Kraft in der Band zu sein. Ich vertrieb mir zunächst die Zeit mit diversen Nebenprojekten wie World Fastest Car, doch alle Versuche, etwas zu veröffentlichen, scheiterten kläglich. Irgendwann bekam ich wieder einen Impuls, als ich bemerkte, dass sich in meinem Bekanntenkreis eine Menge an sehr guten erfahrenen Musikern eingeschlichen hatte. Nach und nach formten wir eine neue Band. Anfangs waren es nur ich und Sam Siegler an den Drums, als nächstes kam Ian Love. Jeder neue Mitspieler brachte sich musikalisch ein und trug zum Rival-Schools-Sound bei. Alle waren auch immer schon Songwriter und nicht nur die Typen, die bei anderen Bands mitgespielt haben. Das war ungemein erfrischend, und ich denke, wir verstanden es auch ganz gut, diese positive neue Energie in unseren Songs umzusetzen."

Das ist in der Tat sehr deulich zu hören, und es ist ein Jammer für die Band, dass sich mit VIVA ZWEI, dem VH1 der Twens, in diesen Tagen der Sender verabschiedet, für dessen Heavy Rotation sie wie geschaffen gewesen wäre. Die vier wären eine wünschenswerte Alternative zu den chauvinistischen Limp Bizkits und Bloodhound Gangs dieser Welt, um das Grundbedürfnis nach Rock, das es in dieser Welt zu geben scheint, zu stillen. Egal. Demnächst könnt ihr sie hoffentlich sehen - bei "Fast Forward".

Bevor ich erfuhr, dass euer Bandname von einem Computerspiel mit dem Titel "Rival Schools United By Fate" übernommen wurde, fragte ich mich, ob ihr euch vielleicht bei den Riots zwischen verfeindeten Highschools kennengelernt habt.

Das wäre natürlich auch sehr gut gewesen, aber nein, ich sah dieses Spiel, in dem es darum geht, dass sich Highschoolschüler verbünden, um die Welt vor den Spacealiens zu beschützen. Auf diesem Fundament wollten wir unsere Band aufbauen. Das ist ja wohl eine gute Basis für die Gründung einer Band, oder?

Epilogisches

Weihnachten steht vor der Tür. 18.000 elektrische Kerzen beleuchten eine riesengroße Fichte. Der Gigant steht auf dem Rockefeller Plaza, und auf einer Tafel, die darunter angebracht wurde, steht außerdem Schwarz auf Messing eingemeißelt, und deshalb muss es der Wahrheit entsprechen: "Der größte Weihnachtsbaum der Welt". New York lässt sich den Größenwahn nicht verderben. Im Schatten des Baumes wird Schlittschuh gelaufen. Der folgende Tag gibt mir, während meine lokalen Bekanntschaften damit beschäftigt sind, sich auf die festliche Reise zu den Eltern vorzubereiten, indem sie Geschenke kaufen und basteln (!), Gelegenheit, die nicht existenten Ladenschlussgesetze auszukosten.

Sonntagabends bis Mitternacht kann man hier Platten kaufen gehen - vielleicht sind die Vereinigten Staaten von Amerika ja doch ein freies Land. Zumal in den 1$-Kisten Schätze zu finden sind, die hierzulande für 50 Euro an der Wand über den regulären Kisten angebracht wären. Leider findet sich wenig bezahlbare Nahrung für meinen obzessiven Hunger nach barocker amerikanischer Popmusik der Jahre 1967 bis '68. Japanische Plattensammler haben mal wieder gleichzeitig, allerdings mit mehr Geld in den Taschen, dieselbe Leidenschaft für sich entdeckt.

Trost finde ich durch eine Fahrt mit dem Zug nach Bronxville im Norden der Stadt. Alex Threadgold lebt in diesem verschlafenen Nest vor den Toren der Stadt - meine Herberge für die kommende Nacht. Zunächst schmälert die Begegnung mit ihm meinen abschließenden Eindruck von der Dominanz des Rocks New Yorks um eine kleine Nuance. Sein neu gestartetes Label Sound Ink macht sich auf den Weg, das einzulösen, was Word Sound einst versprach. Underground-HipHop vom Steilsten.

Bei der Rückfahrt nach Manhattan verpasse ich den Zug. Das Wetter ist schlecht. Das Bild des Bahnhofs, in Verbindung mit Regenwasser, das von den kahlen Bäumen tropft, scheint vertraut, doch es entspricht keinem der visuellen Klischees, die die Stadt selbst beim ersten Besuch so vertraut erscheinen lassen. Als der Zug dampfend in den Bahnhof einrollt und ein Junge mit einer roten Winterjacke auf den Bahnsteig tritt, kommt mir die Erleuchtung: "Der Eissturm". Alex wird es mir später bestätigen: Tobey Maguire benutzte genau diese Zuglinie, um zu seinen Eltern nach New Canaan, Connecticut zum Thanksgiving-Essen zu fahren. Ich mache ein Foto vom Bahnhof und den Bäumen und bin glücklich: Beim Blick in den Sucher finde ich endlich ein Motiv, bei dem nicht direkt das Gefühl aufkommt, das entsprechende Foto schon hunderttausendmal gesehen zu haben.

Album Spezial: Rival Schools (Microsite)