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INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Knast statt Jugendarbeit

Richard Ashcroft

Wir Prekarisierten kennen die Fettnäpfchen des ersten Arbeitstages ja nur aus den Erzählungen der Alten, dass es sich aber nicht gut macht, genau in diesem Moment betrunken zu sein, können wir uns gerade noch so zusammenreimen. Und sich einfach unangemeldet und ohne Bewerbungsgespräch irgendwo breit
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Wir Prekarisierten kennen die Fettnäpfchen des ersten Arbeitstages ja nur aus den Erzählungen der Alten, dass es sich aber nicht gut macht, genau in diesem Moment betrunken zu sein, können wir uns gerade noch so zusammenreimen. Und sich einfach unangemeldet und ohne Bewerbungsgespräch irgendwo breit zu machen, ist zwar in diesen harten Zeiten durchaus nachvollziehbar, aber eben auch nicht unbedingt ein guter Ratschlag.

Insofern hat Richard Ashcroft alles falsch gemacht, als er vergangenen Montag angeschickert und abgeranzt in einem Jugendklub in Chippenham auftauchte und das Folgende verkündete: "I'm Richard, I'm going to be doing some youth work here. You'll be seeing a lot more of me, this is my first night." Einen kurzen Blick in eine Bewerbungsfibel schien Ashcroft aber dennoch geworfen zu haben, er gab sich jedenfalls betont freundlich und versuchte sich mit seinen potentiellen Arbeitskollegen anzufreunden, wie ein Augenzeuge der Sun berichtete: "He wasn't aggressive, in fact he was quite charming and friendly. He kept hugging some staff and kids."

Auch genügend Motivation, Willen und richtige Beweggründe hatte der ehemalige Frontmann von The Verve offenbar im Gepäck: "He was very strung out and close to tears at one point. He kept saying he wanted to work with kids, that he wanted to do 'good things'." Doch das war den Angestellten des Klubs offenbar zu wenig, weshalb sie Ashcroft des Hauses verwiesen. Als er dieser Aufforderung nicht nachkam, wurde die Polizei eingeschaltet, die den verständnislos fluchenden Songwriter in Gewahrsam nahm. Nachdem er wieder einigermaßen nüchtern war und eine Geldbuße von 80 Pfund wegen ordnungswidrigen Verhaltens berappt hatte, konnte Ashcroft nach Hause gehen, um noch mal in aller Ruhe über seine berufliche Zukunft nachzudenken.