×

Lieber Leser, bitte wähle deinen Ansprechpartner aus:

Fragen an die Redaktion

Werbung auf Intro.de

Werbung im Intro Magazin

Intro Abo

Fragen zum Vertrieb

×

INTRO – Über 27 Jahre dein Magazin für Popkultur und Kontrollverlust. Der aktive Betrieb ist eingestellt. Hier findest du weiterhin das gesamte digitale Archiv 1992-2018.

Revisited: Interpol - "Antics"

Die besten Platten des Jahrzehnts

Wir blicken zurück auf die großen Momente und noch größere Alben, die uns auch heute noch begleiten. Jeweils mit der Original-Intro-Review von anno dunnemal. Platz 24
Geschrieben am
Das waren die Nuller: Wir blicken zurück auf die großen Momente und noch größere Alben, die uns auch heute noch begleiten. Jeweils mit der Original-Intro-Review von anno dunnemal. Heute mit Interpol - "Antics". Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt.

"I’m gonna play with the braids that you came here with tonight." Als Lou Barlow mir vor zwei Jahren einen Zettel zuschob, auf dem er Interpols "Obstacle 2" zitierte, wusste ich damit nichts anzufangen. Was soll das bedeuten? Warum schreibt er das auf? Ich kann das auch heute noch nicht beantworten. Er mag die Band Interpol halt ...

Diesen Style, die kryptischen Texte, die auch auf "Antics" ihre Fortsetzung finden: "Time is like a broken watch, I make money like Fred Astaire." Unscharfe Zeit- und Liebesmetaphern, die den meist epischen Stücken auf merkwürdige Art und Weise ein Ausrufezeichen verleihen: "If time is a vessel, then learning to love might be my way back to sea." Hier geht es nicht um Ergebnisse, nicht um die Summe unter dem Strich.



Sondern um die Vermittlung einer Stimmung, einer Ahnung, einer überbordenden Unruhe. Wie wenige andere Bands schafft es das New Yorker Quartett um Sänger Paul Banks, dynamische Bögen zu entwerfen. Gerade wegen der dadurch entstehenden Brüche wirken die Kompositionen manchmal konstruiert, am Reißbrett zusammengeschoben, wie drei Songs in einem. Und machen am Ende doch Sinn, werden doch zusammengehalten: durch Banks’ Gesang, der auf "Antics" variabler erscheint als auf dem Debüt "Turn On The Bright Lights" und mit großem Selbstvertrauen weiter in den Mittelpunkt gerückt ist; durch oft Delay-schwangere Gitarren, die sich wie ein Harmonie-Teppich über die Bruchstellen legen; durch Basslinien, die sich einen Dreck um gerade diese Harmonien scheren.[memoryr]
Das ist nicht neu, ist in dieser Kombination aber ungeheuer zeitgemäß und weniger retro, weniger referenziell als jede andere momentan erfolgreiche Gitarren-Band. Deshalb gehören die lästigen Joy-Division-Vergleiche in den Papierkorb und Interpol ins 21. Jahrhundert, "to make this place a heart to be a part of".

Intro-Jahrzehntpoll, Platz 24:
Interpol - "Antics"
[Labels / EMI / VÖ: 24.09.2004 ]

Die besten Platten des Jahrzehnts wurden im Rahmen des Intro-Jahrzehntpolls von den Intro-Usern gewählt. Die Reviews zu den 50 besten Platten der Nuller findet ihr unter www.intro.de/spezial/plattendesjahrzehnts.

Die gesamte Top 100-Liste findet ihr hier.

Der große Intro-Jahrzehntrückblick: Das waren die Nuller.
.: www.intro.de/spezial/dienuller :.