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»Vampire Weekend«

Vampire Weekend

Afrobeats und Weltmusik sind das neue Cool, findet Johannes Mihram, der sich das Debüt der New Yorker Indie-Hipster mal genauer angehört hat.
Geschrieben am
»Uncool ist das neue Cool«, sangen letztens erst Die Türen. Sie bezogen sich dabei zwar nicht auf musikalische Moden, aber auch dort lässt sich die Bewegung von Trend und Gegentrend regelmäßig beobachten. Seit Wochen wird in den Feuilletons debattiert, ob die Rockmusik ihre schwarzen Wurzeln gekappt habe, und bei den Befürwortern der These stehen Joy Division und deren Ausrufung des »Ice Age« als eine Ursache hoch im Kurs.

Die Joy Division, auf die sich ein Großteil der britischen Bands, die in den letzten Jahren Trendsetter waren, beziehen. Mitten in die Debatte platzt das Debüt von 
Vampire Weekend, vier College-Absolventen aus Brooklyn, die New Wave, Indiepop und polyrhythmische Afrobeats vermengen. Weltmusik, das definitive Uncool von gestern, wird das Cool von Morgen? 

Vielleicht, dann aber aus zweiter Hand in bürgerlicherer Montur. Vampire Weekend greifen nicht auf Pioniere wie Fela Kuti zurück, sondern nehmen die Abkürzung über Paul Simon und sein »Gracelan«, The Police und die späten Talking Heads, die die fremden Klänge vom schwarzen Kontinent bereits schmeichlerisch den westlichen Hörgewohnheiten angepasst haben. So sind, anders als bei Yeasayer, ebenfalls aus Brooklyn, bei Vampire Weekend keine Querschläger zu befürchten, die schwarzen Klänge bleiben harmlose, abgekupferte Ornamente für weißen Indierock. Der funktioniert trotz des Beigeschmacks des Kalkulierten dank starker Melodien, die keinen Ausfall auf dem Album zulassen. Das »Ice Age« ist vorbei, Afrobeats sind das neue Cool.

Vampire Weekend

Vampire Weekend

Release: 27.01.2008

℗ 2008 XL