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End Of The Light

Release

Sowohl in den konventionellen als auch in den trendsettenden Metal- und Rock-Lagern dürfte das widerspenstige U.S.-Quartett mit seinem ersten 'RELEASE' kaum auf positive Resonanz stoßen. Dafür ist es einerseits zu wenig trendy, andererseits aber auch keineswegs der 'Old School' zugehörig. Stilistisc
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Autor: intro.de

Sowohl in den konventionellen als auch in den trendsettenden Metal- und Rock-Lagern dürfte das widerspenstige U.S.-Quartett mit seinem ersten 'RELEASE' kaum auf positive Resonanz stoßen. Dafür ist es einerseits zu wenig trendy, andererseits aber auch keineswegs der 'Old School' zugehörig. Stilistisch liefert die Formation letztendlich eine dramatische Fusion aus durchaus bewährten Metal-, Rock- und Industrial-Elementen, die allerdings in der Kombination ein nicht gerade populäres Gesamtbild abgeben. 'End Of The Light' gleicht einem strukturierten Rausch in die seelischen Abgründe, bedroht und befreit dabei jedoch zugleich. Heulende Endzeit-Feedbacks treffen auf trockene Rhythmik, die dunkle Beschwörungskraft der YOUNG GODS wird mit gnadenlos monotoner, eher verhaltener GODFLESH-Kraft mittels 9 Inch langen Nägeln vehement, aber schmerzlos in die Schädeldecke gehämmert! - Nenn es von mir aus progressiv-industrialesken Avantgarde-Rock. RELEASE veröffentlichen mit ihrem Debüt in jedem Falle weitaus mehr als 'bloß' ihr erstes Album, sie reißen vielmehr den trüben U.S.-'Trendcore'-Horizont hemmungslos weit auf. Zumindest all die, denen derzeitige Dünnbrett-Metal-Hypes die Sinnesorgane noch nicht völlig genommen haben, dürften dies wahrnehmen und dem Album die berechtigte Aufmerksamkeit schenken. RELEASE kicken nicht ass, schreien ihr Anliegen nicht 'in ya face' und kokettieren nicht mit einer übertrieben fetten Produktion. Vielen Songs sind die musikalischen Unfertigkeiten anzumerken, was hier aber vielmehr zählt, sind die niederwalzende, spröde Kraft der kantigen Arrangements und die leidenschaftliche Hingabe dieser vier Herren. RELEASE sind stilistisch weder Fisch noch Fleisch, aber vielleicht gerade deshalb eine nahrhafte Alternative!